Anerkennung für historische Erinnerungsarbeit

Arolser Lions zu Gast beim Volkmarser Verein Rückblende

Am Platz der gegenseitigen Achtung: Der Lions-Club Bad Arolsen Christian Daniel Rauch war zu Gast beim Volkmarser Verein Rückblende, der den Vorplatz des jüdischen Friedhofs gestaltet hat.

Arolsen/Volkmarsen. Der Lions-Club Christian-Daniel-Rauch hat dem Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ in Volkmarsen einen Besuch abgestattet.

Seit beinah drei Jahrzehnten bemüht sich Ernst Klein mit seinen Mitstreitern, die Jahrhunderte alte Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Kugelsburgstadt nachzuzeichnen. Klein hat ehemalige Volkmarser Mitbürger jüdischen Glaubens, die den Holocaust der Nazis überlebt haben, aus aller Welt nach Volkmarsen eingeladen und deren Familiengeschichten aufgeschrieben.

Seine Foto-Dokumentationen und Texte sind derzeit noch in der Geschichtswerkstatt im Haus Dr. Bock zu finden. Doch schon in diesem Herbst ist ein Umzug in das Mikwe-Haus im Steinweg geplant, das der Verein zum Jahresbeginn mit Hilfe von Spenden erwerben konnte.

Aktuell wird das geschichtsträchtige Haus mit einem 500 Jahre alten jüdischen Ritualbad im Keller für Museumszwecke umgebaut. Unter anderem ist hier eine Begegnungs- und Bildungsstätte für Schüler und Studenten geplant.

Nach einem Besuch am Platz der gegenseitigen Achtung, wie der Vorplatz vor dem jüdischen Friedhof in Volkmarsen seit einigen Jahren heißt, und einem Abstecher im Haus Dr. Bock bestaunten die Lions-Mitglieder aus Bad Arolsen das Mikwe-Haus mit seiner archäologischen Ausgrabungsstätte im Keller.

Im künftigen Vortrags- und Konzertsaal würdigte Lions-Präsident Volker Schultze aus Ammenhausen die Arbeit des Vereins Rückblende und seiner Vorstandsmitglieder Ernst Klein, Arno Walprecht und Manfred Flore. Schultze stellte fest, dass es wichtig sei, für Toleranz aller Religionen und Achtung der Menschenwürde aller Menschen einzustehen.

Das seien auch Ziele, denen sich die internationale Lions-Bewegung verpflichtet fühle. Rassenhass und Ausgrenzung von Minderheiten müssten der Vergangenheit angehören.

Deshalb sei es so wichtig, dass der Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ auf lokaler Ebene deutlich mache, über wie viele Jahrhunderte die jüdische Gemeinde in Volkmarsen selbstverständlicher Teil der Stadt gewesen sei.

Als Zeichen der Anerkennung überreichten die Lions eine Spende als Beitrag für den Umbau des Mikwe-Hauses für Museumszwecke. Die Lions wollen das Volkmarser Projekt weiter interessiert begleiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare