50 Jahre Spritzenproduktion bei ALMO · Produktionsmenge vertausendfacht

Arolser Spritzen weltweit gefragt

Voll automatisiert läuft die Herstellung von Einmalspritzen bei der Firma Almo. Foto: Almo

Bad Arolsen - Mit Teigschabern und Rührschüssel aus Kunststoff hat bei Almo alles begonnen. Die für die Zukunftsentwicklung des Unternehmens entscheidende Erweiterung der Produktpalette erfolgte vor 50 Jahren.

Kunststoffgranulat, das mit Eimern in Spritzgussmaschinen gekippt wird - Spritzen, die von Hand in Blisterverpackungen eingelegt und danach auch komplett von Hand in Spender- und Transportkartons verpackt werden - Kolben und Zylinder, die von Hand zusammengesteckt werden, in Heimarbeit - eine Produktionsweise zur Herstellung von medizinischen Einmalspritzen, wie sie sich heute kaum jemand mehr vorstellen kann.

Doch genau so hat alles angefangen, als bei Almo in Bad Arolsen 1963 die ersten Einmalspritzen aus Kunststoff produziert wurden. Rund 2,5 Millionen Stück waren es in diesem ersten Jahr der Spritzenproduktion. Heute, fünfzig Jahre später, liegt allein die Tagesproduktionsmenge bei acht Millionen Stück. Über zwei Milliarden Spritzen werden mitt-lerweile jährlich produziert. Das ist eine Vertausendfachung der Produktionsmenge.

Innovationen und Weiter-entwicklungen im Produktionsprozess, auf den Märkten und bei der Auftragsbearbeitung haben zu dieser enormen Steigerung der Produktionsmenge und Veränderung der Herstellung geführt.

Spritzen von Almo werden heute international, in über 120 Länder vertrieben. Aufträge erhalten die Mitarbeiter des Customer Service längst per Mail - ein Mausklick und die Anfrage für eine Lieferung von Zwei-Milliliter-Injekt-Spritzen aus Brasilien, Australien oder Kasachstan landet auf dem Bildschirm. Ein weiterer Klick durch den Almo-Mitarbeiter, und der Auftrag ist im Posteingang der Arbeitsvorbereitung, wo er entsprechend für die Produktion geplant wird.

Natürlich werden die Spritzen auch nicht mehr per Hand zusammengesteckt oder verpackt. Kolben und Zylinder werden auf hoch-automatisierten Produktionsanlagen montiert, bedruckt und nacheinander in Blister, Spender- und Transportkartons verpackt. Derzeit arbeitet man bei Almo an der Automatisierung des Materialtransportes, der die jetzige Beförderung durch bemannte Flurförderfahrzeuge ablösen soll.

Teigschaber, Schüsseln und weitere Kunststoffprodukte für Bäckereien und Konditoreien stellt Almo schon lange nicht mehr her. Anfang der 90er Jahre wurde die Produktion eingestellt, denn die ge-stiegenen Anforderungen an Hygiene und Sauberkeit für die Einmalspritzenherstellung ließen dies nicht mehr zu.

Heute ist die Almo-Produk-tion hoch effizient aufgebaut und mit modernsten Tech-nologien ausgestattet. Unter Reinraumbedingungen, wie sie auch in einem Operationssaal vorherrschen, werden medizinische Einmalspritzen in der hohen Qualität hergestellt, wie sie von Kliniken gefordert wird.

Manuelle Arbeitsschritte gibt es kaum noch, die Herstellung der Spritze an sich wurde weitestgehend automatisiert. Die Aufgaben der Mitarbeiter haben sich verlagert, der Anteil von Kontroll- und Dokumentationstätigkeiten und Arbeiten zur Prozessoptimierung haben sich erhöht. „Der Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter und dem Weitblick des Managements und der Gesellschafter ist es zu verdanken, dass Almo diese Entwicklung so machen konnte und heute über zwei Milliarden Spritzen im Jahr nicht nur produziert, sondern auch verkauft“, sagt Rolf Römer, Leiter des Logistischen Service und selbst seit 37 Jahren im Unternehmen. Auch in Zukunft sei hohes Maß an Flexibilität gegenüber den Kunden entscheidend für den Erfolg. (r)

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