Wertvolle Denkanstöße vom Jugendamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg

Bad Arolser Vortrag eine dringende Warnung vor Alkohol in der Schwangerschaft

Ein Glas Alkohol ist ein Glas zu viel: die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft war Thema beim Fachtag des Landkreises, im Bild mit (v.l.) Klaus Fieseler, Leiter Suchtberatung im Diakonischen Werk, Referentin Diana Makowski, Organisatorin Daniela Kramer (Fachdienst Jugend), Referent Prof. Rolf Maier und Stadtrat Udo Jost.

Bad Arolsen. Wenn Schwangere Alkohol trinken, sind die Folgen für das Ungeborene fatal. Allein im Landkreis werden jährlich etwa zwanzig Kinder mit vorgeburtlich verursachten Schädigungen geboren, die als Fetale Alkohol-Spektrumstörungen (FASD) bezeichnet werden.

Erörtert wurde dies beim Fachtag „FASD und die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft“, zu dem das Jugendamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg ins Arolser Bürgerhaus eingeladen hatte.

Etwa jede siebte Schwangere in Deutschland trinkt gelegentlich Alkohol, stellte Daniela Kramer, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen vom Fachdienst Jugend, vor mehreren Dutzend Fachkräften fest. 

Bereits durch den Konsum geringer Mengen könnten bei den Kindern Wachstumsstörungen sowie geistige und soziale Entwicklungsstörungen auftreten. Besonders die Hirnentwicklung der Ungeborenen sei betroffen, erklärte Kramer: „Kinder mit einer stärkeren Ausprägung des Syndroms sind lebenslang auf Hilfe angewiesen.“ Heilung sei kaum möglich.

Vermeidbar wäre dies, wenn werdende Mütter vollständig auf Alkohol verzichten würden. Daher komme der Prävention in diesem Bereich eine besondere Bedeutung zu. Darauf und auf das Leben mit einem Kind mit FASD sowie den entsprechenden pädagogischen Herausforderungen bezogen sich die Vorträge der Fachreferenten.

Denkanstöße mit dem Begriff „passives Trinken“ lieferte Klaus Fieseler, Leiter der Suchtberatung des Diakonischen Werks im Landkreis. So habe eine Suchterkrankung immer auch Folgen für das familiäre Umfeld und für die Gesellschaft.

„Erscheinungen, die man sonst nur aus verdichteten Räumen kannte, nehmen auch hier zu. Wir wollen und müssen auch in der kommenden Zeit im Bereich Frühe Hilfen unterwegs sein“, stellte dazu Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese fest.

Den häufig sorglosen Umgang mit Alkohol, der praktisch alle Veranstaltungen begleite, sprach Stadtrat Udo Jost an. Gerade für Jugendliche, so Jost, sei Alkohol eine scheinbar notwendige Begleiterscheinung, um gute Stimmung zu erzeugen. Dass das auch anders geht, bewiesen junge Leute vom Jugendzentrum „Come in“: Mit Jugendarbeiterin Christine Beine versorgten sie die Teilnehmer mit alkoholfreien Cocktails.

(Von Sandra Simshäuser)

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