Von Wetterburg nach Windhoek

24-Jährige hilft ein Jahr lang Kindern mit Behinderung in Namibia

+
Sich einbringen und Neues lernen will Shannon Scheers in Namibia – dafür bittet sie um Unterstützung.

Mit sozialer Arbeit beschäftigt sich Shannon Scheers aus Wetterburg schon lange, Afrika fasziniert sie von Kindesbeinen an – im Freiwilligendienst kombiniert sie beides.

Am Freitag bricht die 24-jährige Wetterburgerin zu einem Jahr als Freiwillige in einem Frühförderzentrum für Kinder mit Behinderungen in Namibia auf.

Ihr Bachelor-Studium in Sozialer Arbeit hat sie zu Beginn des Jahres beendet und arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Auch in der Flüchtlingsarbeit ist sie aktiv, viel hat sie in der Kinder- und Jugendarbeit der Kirche mitgewirkt. Das Projekt, in dem sie sich in Windhuk einbringt, setzt dieses Engagement fort.

Sie ist mitverantwortlich für acht oder neun Kinder bis sieben Jahre. Shannon Scheers hilft ihnen während der zwölf Monate bei ganz alltäglichen Dingen wie essen und Windeln wechseln; beschäftigt sich mit ihnen, spielt und begleitet den Übergang zu Schule. Sie hilft dabei, ihre Körper zu entwickeln und ihre Mobilität auszubauen.

Dabei gebe es auch gravierende Unterschiede zu ihrer bisherigen Arbeit, sagt sie – die Behindertenhilfe in Afrika weise nicht so viele Möglichkeiten auf wie in Deutschland. Ein Beispiel seien die Rollstühle. Sie möchte ihre Erfahrungen in diese Rahmenbedingungen einbringen: „Und ich denke, dass ich selbst auf jeden Fall etwas lernen kann.“

Die Einrichtung befindet sich Katutura, dem wohl ärmsten Township Windhuks. In Folge der Apartheid seien Schwarze dorthin umgesiedelt worden – übersetzt bedeutet der Name, „Der Ort, an dem ich nicht leben will“, erklärt Shannon Scheers. Derweil habe sie den ganzen Kontinent schon als Kind interessant gefunden und weiß, dass ihn viel mehr ausmacht als das verbreitete Bild der Armut. „Ich will sehen, wie die Menschen da wirklich leben“, sagt sie. Neben der Kultur reizen sie auch Landschaft und Tierwelt.

Im Land auf der Südhalbkugel interessiert sich Shannon Scheers neben der Kultur auch für die Tierwelt.

Kontakte hat sie bereits geknüpft, als der Chor „Bridge Walkers“ zuletzt zu Gast war, der eine lange Freundschaft zum Kirchenkreis Twiste-Eisenberg pflegt und regelmäßig Konzerte gibt: „Sie waren sehr offen und gehen sehr auf einen zu“, freut sie sich. Seit März engagiert sie sich im Partnerschaftsausschuss des Kirchenkreises, der den Kontakt zu Gemeinden in Namibia pflegt – eben auch in Katutura.

In Namibia lebt sie mit anderen Freiwilligen in einer WG, in der sie sich selbst versorgen. Bei der Arbeit in ihrer Einrichtung ist sie aber die einzige Freiwillige. „Ich muss mich also auf die Leute einlassen.“

Ihr Dienst wird über die Organisation Volunta des Deutschen Roten Kreuzes organisiert. Das Programm „Weltwärts“ finanziert 75 Prozent der Kosten, den Rest sollen Freiwillige über einen Spenderkreis aufbringen. Also sucht Shannon Scheers Privatpersonen und Firmen, die ihren Dienst unterstützen möchten. Wer helfen will, kann das über das Spendenkonto Shannon Scheers tun: IBAN DE 78 5236 0059 0130 2733 76.

Für die Waldeckische Landeszeitung wird sie von ihren Erlebnissen berichten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare