1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Bürgermeisterkandidat Marko Lambion: Auf dem Fahrradsattel dem Alltag entfliehen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Elmar Schulten

Kommentare

Waldschäden wohin das Auge blickt: Eindrücke einer Radtour mit dem Bürgermeisterkandidaten Marko Lambion rund um Helsen.
Waldschäden wohin das Auge blickt: Eindrücke einer Radtour mit dem Bürgermeisterkandidaten Marko Lambion rund um Helsen. © Elmar Schulten

Wenn Marko Lambion so richtig abschalten und dem Alltagsstress entkommen will, dann schwingt er sich auf sein Mountainbike und fährt durch die Wälder rund um seinen Heimatort Helsen. Schon nach wenigen Meter sei der Fokus ein völlig anderer. Der Blick sei auf die nächste Weggabelung fixiert. Alles andere bleibe dann zurück.

Bad Arolsen – Für die zur Bürgermeisterwahl fällige „Homestory“ hat der 51-Jährige, der am Sonntag einziger Bewerber für den Chefsessel im Rathaus ist, daher den WLZ-Redakteur auch eingeladen, einmal mitzufahren über Stock und Stein auf holprigen Feld- und Radwegen. Gute Idee und ein schöner Start in einen sonnigen Sonntagmorgen.

Doch es war ein ungleiches Duo, das sich da um 9 Uhr vom Treffpunkt am Helser Feuerwehrhaus auf den Weg machte: Bio gegen Elektro: Während sich der Bürgermeisterkandidat auf seinem Mountainbike mit reiner Muskelkraft abstrampelte und dafür auch sportlich-zweckmäßig gekleidet war, kam der WLZ-Redakteur mit seinem für asphaltierte Straßen optimierten Tourenrad mit Elektroantrieb daher.

Der Wald hat sehr gelitten

Er sei bereit, alle Fragen zu beantworten, versprach der Kandidat, aber bitte nicht am Berg, denn da werde jeder Atemzug für den Antrieb benötigt. Und tatsächlich: Schon bald wurde deutlich, wie unfair die Kräfteverhältnisse an diesem Morgen verteilt waren: Die 500 Watt Elektropower aus dem Fahrrad-Akku verleihen auch dem unsportlichsten Redakteur unerwartete Superkräfte am Berg.

Klar im Vorteil sind jedoch die grobstolligen Reifen des Mountainbikes, mit dem Marko Lambion selbst die matschigen Waldwege bezwingt, die nach dem Einsatz von schweren Holzerntemaschinen entstanden sind. „Es tut weh zu sehen, wie viele Bäume hier den Stürmen und den Borkenkäfern zum Opfer gefallen sind“, stellte der 51-Jährige fest, dem die Wälder seiner Heimat schon in seiner Kindheit sehr ans Herz gewachsen sind.

Am Berg nicht kapitulieren

Der Weg führt übers Bicketal und durch die Teufelsbrücke zum Helser Forsthaus und weiter zum fürstlichen Wildgatter. Über die Bundesstraße geht es weiter in Richtung Pessinghäuser Grund und Hollenborn. Der Aufstieg zum „Schild“, einem Höhenzug in der Nähe der Kroneiche ist lang und steil.

Hier schweigt der Reporter und zieht mit dem Vorteil seines Elektroantriebs lässig an die Spitze, während sich der Kandidat konzentriert abstrampelt. Mit einigen Minuten Verzögerung kommt auch er oben an. Mit einem Lächeln und ohne sichtbar außer Puste zu sein. „Alle Achtung“, bekennt der E-Biker und fügt selbstkritisch hinzu: „Ohne Elektro-Unterstützung wäre ich garantiert auf halber Strecke abgestiegen und hätte geschoben.“

Nicht so Marko Lambion: Er ist offenbar gut im Training. An die 35 Touren unternimmt er im Jahr mit seinem Mountainbike mit zwölf Gängen und Hardtail-Federung. Auf gute 1000 Kilometer bringt er es so im Jahr, meistens nur rund um Arolsen, manchmal aber auch bis Neudorf oder Udorf.

Von Bäumen und Windkraftanlagen

Diesmal geht es am Ruheforst vorbei zur Massenhäuser Höhe, dem höchsten Punkt Arolsens. Hier pfeift der Wind an diesem Sonntagmorgen besonders.

Beim Gut Frederinghausen geht es in das Waldstück, das zum Weißen Stein führt. Vorbei geht es an drei Windkraftanlagen, die hier im Stadtwald errichtet wurden. Mit jeder Rotorumdrehung klingelt es auch in der Stadtkasse. Klar, dass das einem künftigen Bürgermeister gefällt. (Elmar Schulten)

Auch interessant

Kommentare