Ehemaliger Wehrführer Ger-Udo Wunderatsch bittet um Mithilfe

Auf der Suche nach Fotos für die Arolser Feuerwehrchronik

Die Feuerwehr Arolsen bei einer Übung Ende 1898 am Haus der Tischlerei Drube in der Bahnhofstraße (heute griechisches Restaurant O Mythos). Das Bild des Fotografen Wilhelm Huffert stellte uns Gernot Rudorf freundlicherweise zur Verfügung. Foto: pr

Bad Arolsen. Einen Blick zurück in die Feuerwehrtechnik und die gesellschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts unternimmt der frühere Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Bad Arolsen, Gerd-Udo Wunderatsch. Er arbeitet an einer Chronik der Kameradschaft, die 2023 ihr 150-jähriges Bestehen feiern kann.

Eine graubraune Kladde enthält die ersten Protokolle des 1873 gegründeten Vereins und vermittelt auch ein Bild von dem damaligen Gerangel um Zuständigkeiten. Der damalige Bürgermeister und die Wehr waren in Führungsfragen uneins. Schließlich räumte der Rathauschef den Kameraden die Organisation in eigener Regie ein. Dabei war er laut Gemeindeordnung von 1839 der Kommandant der Wehr.

150 Seiten im DIN A 4-Format umfasst der Entwurf der Chronik. Alte Bilder und Protokolle, Aktenordner von früheren Wehrführern, Stadtbrandinspektoren und Feuerwehrkommandanten wertet Wunderatsch bei sich daheim aus.

Einer, der jahrelang die Entwicklung der Wehr als Schriftführer begleitet hat, ist Gernot Rudorf. Dessen Großvater Gustav Kohlberg war Vorsitzender und Kommandant. So verfügt der Enkel auch über eine Fülle von alten Fotografien aus der Geschichte der Feuerwehr. Eines der ältesten Bilder entstand 1898 bei einer Übung vor der Tischlerei Drube.

Brandschutz gab es freilich schon vor der Gründung der Kameradschaft. So wird in der Stadtgeschichte von Helmut Nicolai über eine Feuerspritze von 1774 in der damaligen Fürstenresidenz berichtet. Erst später wurden eine Feuerlöschordnung erlassen und der Brandschutz organisiert.

Breiten Raum wird in der Chronik die Anschaffung der ersten Motorspritze des Kreises der Twiste um 1930 einnahmen. Die Korbacher, so wird überliefert, waren damals neidisch auf den Kauf. Inzwischen steht das betagte Fahrzeug in einer Oldtimerhalle der Berufsfeuerwehr Frankfurt.

Wunderatsch hat eine „Ahnentafel“ der Führungskräfte in der Kameradschaft aufgestellt, die ebenso Eingang in seine Veröffentlichung finden wird wie die technische Ausrüstung im Laufe der Jahrzehnte, die verschiedenen Feuerwehrhäuser oder große Einsätze, wie etwa beim Brand der Firma Meywald in den 60-er Jahren, bei dem Feuer im Hagebau-Markt vor wenigen Jahren in Mengeringhausen oder nach dem Absturz eines Bundeswehr-Starfighters 1972 bei Rhoden.

Wer noch Dokumente oder Bilder für eine Chronik beisteuern möchte, kann sich bei Gerd-Udo Wunderatsch, Telefon 7484, melden.   (Von Armin Haß)

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