Aktive der Bad Arolser Feuerwehren wählen Team der Stadtbrandinspektoren

Auftrag für fünf weitere Jahre

Für fünf Jahre wiedergewählt wurde das Team der Stadtbrandinspektoren mit Karl-Heinz Meyer an der Spitze (2.v.l.). Seine beiden Stellvertreter bleiben Sven Eichweber (l.) und Michael Seebold (2.v.r.). Bürgermeister Jürgen van der Horst (r.) gratulierte als Erster. Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Das seit fünf Jahren eingespielte und bewährte Stadtbrandinspektorenteam mit Karl-Heinz Meyer, Michael Seebold und Sven Eichweber ist bei der Jahreshauptversammlung der Bad Arolser Feuerwehren mit großer Mehrheit für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt worden.

Obwohl die drei jeweils ohne Gegenkandidaten antraten gab einige Gegenstimmen, wahrscheinlich als stiller Protest gegen die vor einigen Monaten durchgesetzte Entscheidung zur Stationierung bestimmter Fahrzeuge in bestimmten Stadtteilen. Unterm Strich aber war die Zustimmung mit 112, 114 und 122 Ja-Stimmen von 159 stimmberechtigten aktiven Mitgliedern der Einsatzabteilungen ein eindeutiges Votum für Meyer und sein Team.

Schließlich konnten die drei eine beachtliche Bilanz vorlegen, die sogar in Wiesbaden aufhorchen ließ: Das von ihnen erarbeitete und der Praxis durchgeprobte Konzept für die Evakuierung einer Intensivstation wurde als Vorbild für andere Krankenhäuser bezeichnet. Als äußeres Zeichen der Anerkennung soll die Bad Arolser Feuerwehr am kommenden Wochenende von Innenminister Peter Beuth zur Feuerwehr des Monats Januar 2015 ernannt werden.

Zur Bilanz gehören auch diese Zahlen: In den vergangenen fünf Jahren wurde die Fahrzeugflotte der Bad Arolser Wehr mit fünf neuen Fahrzeugen ausgestattet. Fünf bis sechs weitere sind im Bedarfs- und Entwicklungsplan bis 2018 aufgeführt.

Im vergangenen Jahr musste eine neue Wärmebildkamera für die beim ersten großen Saunabrand beschäftigte Kamera angeschafft werden. Der Außenbordmotor des Feuerwehrbootes gab beim großen Ölunfall am Diemelsee seinen Geist auf und musste nach vielen Jahren Einsatz und Bereitschaft ersetzt werden. Zur Sicherheit der Einsatzkräfte wurden 30 nicht leitende Helme angeschafft.

Nach weiteren Investitionen in den Digitalfunk wartet die Arolser Feuerwehr darauf, dass auch die letzten, noch fehlenden Umsetzer auf Sendung gehen.

Insgesamt haben die rund 160 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Stadtgebiet 7620 Stunden Ausbildungsdienst Dienst geleistet. Hinzu kamen 4457 Stunden Einsatzdienst, sowie 1665 Stunden Brandsicherheitsdienst bei Veranstaltungen. Für Eigenleistungen und Gerätepflege wurden weitere 4212 Stunden erbracht. Für ihre vielfältigen Verwaltungsaufgaben verbuchten die drei Stadtbrandinspektoren 2800 ehrenamtliche Dienststunden.

Wert nicht zu beziffern

Seinen Jahresbericht trug Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer wie die Bilanz eines Wirtschaftunternehmens vor und zog dabei stets die passenden Parallelen: „Unser Firma hat über 350 Angestellte und verfügt über zwölf Filialen im ganzen Stadtgebiet. Nur in seinem Punkt musste er passen: „Von allem kennen wir den Preis, aber von nichts den Wert“, zitierte er den Schriftsteller Oscar Wild und formulierte es für die Feuerwehr so um: „Was wir kosten, kann man leicht berechnen. Was wir wert sind ist unbezahlbar.“

Das bekräftigte auch Bürgermeister Jürgen van der Horst: „Was ist es wert ein Menschenleben zu retten und Schäden zu vermeiden? Das wird viel zu wenig bedacht, wenn man über die Feuerwehr redet.

Zusammenfassend bescheinigte der Rathauschef den Bad Arolser Wehren professionelle Arbeit zum Wohle der Bürger bescheinigte. Auch die Jugendarbeit sei gut aufgestellt und sorge für gut ausgebildeten und motivierten Nachwuchs für die Einsatzabteilungen.

Ungewöhnliche Einsätze

Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf würdigte vor allem die 13 überörtlichen Einsätze der Bad Arolsen Feuerwehren und stellte fest: „Sie erledigen das ganze Programm moderner Feuerwehrarbeit. Dazu benötigen Sie auch eine gute Ausrüstung. Mit einer Drehleiter alleine ist es nicht getan.“

Auch Kreisbrandinspektor Gerd Biederbick zog den Hut vor der Vielzahl und der großen Bandbreite der Einsätze: „Ihr habt ja immer die seltsamsten Einsätze... von der Explosion im Chemiesaal bis zur Sauna mit extrem kurzer Halbwertszeit.“

Grüße überbrachten außerdem der Wetterburger Ortsvorsteher Gerd Frese, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Manfred Hankel, und der neue Leiter der Polizeistation Mengeringhausen, Achim Jesinghausen, der die gute Zusammenarbeit an den unterschiedlichen Einsatzorten lobte.

Die vom Stadtbrandinspektor eingesetzten Sachgebietsleiter für Atemschutz (Sven Eichweber), Aus- und Fortbildung (Michael Seebold), Funk (Sven Cordes) Katastophenschutz (Michael Pesta) sowie Technik (Harald Butterweck), gaben ihre Jahresberichte ab. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören 153 Kameraden unter der Leitung von Gerhard Nies an. Der Stabführer des Spielmanns- und Fanfarenzuges, Christian Engelbracht, berichtete, dass seine 20 Feuerwehrmusiker im vergangenen Jahr 16 musikalische Einsätze bei Festzügen absolvierten.

Über die Arbeit der Jugendwehren berichtete Stadtjugendwartin Heike Jakob, dass derzeit 67 Jungen und 47 Mädchen mit acht Jugendwarten und 14 Betreuern sinnvolle Jugendarbeit erleben und dabei spielerisch auf einen Dienst in der Feuerwehr vorbereitet werden. Im vergangenen Jahr wechselten immerhin zehn Jugendliche in die Einsatzabteilungen.

Braunsen ist neuerdings die dritte Jugendfeuerwehr, in der die Jugendarbeit ruht. Auch in Landau (acht Mitglieder) und Helsen (sechs Mitglieder) bestehen Nachwuchssorgen.

Nach 15 Jahren als Stadtjugendwartin trat Heike Jakob nicht mehr zur Wiederwahl an. Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer und Bürgermeister Jürgen van der Horst würdigten ihren Einsatz und freuten sich über ihre Zusage, sich künftig um den Aufbau der Bambini-Feuerwehr zu kümmern.

Zu ihrem Nachfolger wurde Jan Schulze (Bad Arolsen) gewählt. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Sven Lemke (Volkhardinghausen) und Stefan Steinbrecht (Wetterburg).

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