Manche Patienten müssen künftig weiter fahren

Augenärzte werden rar: Praxen in Volkmarsen und Bad Arolsen neu organisiert

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Mehr Durchblick? - Die augenärztliche Versorgung in Nordwaldeck ist im Umbruch. Die Lichtblick MVZ Nordhessen GmbH hat die Leitung mehrerer Praxen in der Region übernommen.

Bad Arolsen. Die augenärztliche Versorgung in Nordwaldeck ist im Umbruch. Zum Jahreswechsel schließt die Augenarztpraxis in der Kernstadt Bad Arolsen. Die letzte verbliebene Augenarzt-Praxis in der Bahnhofstraße wird nach Volkmarsen verlegt.

Sowohl die Praxis in Bad Arolsen, als auch die in Volkmarsen und Korbach gehören der Lichtblick MVZ Nordhessen GmbH mit Sitz in Eschwege an.

Medizinischer Leiter ist Dr. med. Arno Heinrich. Für das Organisatorische ist seine Ehefrau und Mitgeschäftsführerin Susanne Prochnio-Heinrich zuständig. Im Gespräch mit der WLZ erläuterte sie, dass das Medizinische Versorgungszentrum Lichtblick schon seit 17 Jahren kleine Augenarztpraxen in der Region übernimmt, wenn die ausscheidenden Praxisinhaber in Nord- und Osthessen sowie in Thüringen keine Praxisnachfolger mehr finden.

Die Lichtblick MVZ Nordhessen GmbH leitet inzwischen 20 Praxen. Überall ist mindestens ein angestellter Arzt installiert, der sich um die Versorgung der Patienten kümmert, sich aber nicht um die Praxisorganisation kümmern muss.

„Wir mieten die Praxisräume an und statten sie modern aus. Wir kümmern uns um das Personal und die Geräte und wir machen die Abrechnungen“, erläuterte Susanne Prochino-Heinrich. So würden die Ärzte von bürokratischem Aufwand entlastet.

Bisher seien die Augenarztpraxen in bad Arolsen und Korbach dem MVZ Lichtblick in Salzkotten zugeordnet gewesen. Das habe man jetzt geändert, so dass in der Lichtblick MVZ Nordhessen GmbH nun alle hessischen Praxen zusammengefasst seien.

In Korbach werde die Augenarzt-Praxis von Dr. Sabine Baumert zum Jahreswechsel in moderne und zentral gelegene Räume am Berndorfer Tor umziehen: „Da ist alles nagelneu.“

Das sei in Bad Arolsen leider nicht möglich gewesen, weil man hier keinen Vermieter gefunden habe, der in neue Praxisräume habe investieren wollen. Deshalb habe man sich dafür entscheiden, die Augenarzt-Praxis von Dr. Rohászka Rád in den ebenfalls komplett erneuerten Praxisräumen im ehemaligen China-Restaurant am Volkmarser Marktplatz in einer Praxisgemeinschaft zusammenzufassen.

Die Entfernung von Bad Arolsen bis Volkmarsen sei durchaus hinnehmbar, so Susanne Prochino-Heinrich. In anderen ländlichen Gegenden müssten Patienten bis zu 50 Kilometer bis in die nächste Praxis fahren.

Dennoch sei nicht auszuschließen, dass vielleicht schon in ein paar Jahren eine Rückkehr nach Bad Arolsen möglich sei, so die MVZ-Geschäftsführerin.

Im übrigen biete ihr Unternehmen schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich einen Fahrdienst für Patienten an.

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