Vollautomat untersucht Blutgruppen

Erstaunlich, wie moderne Technik die Ärzte im Arolser Krankenhaus unterstützt

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Einsatz moderner Medizintechnik: Chefarzt Dr. Alexi als Transfusionsverantwortlicher des Krankenhauses Bad Arolsen und Dr. Sireis, Institutsdirektor des DRK Blutspendedienstes Kassel, vor dem neuen Blutgruppenvollautomaten.   

Bad Arolsen. Der Klinikverbund Gesundheit Nordhessen hat am Standort Bad Arolsen ein vollautomatisches Gerät für Blutuntersuchungen bei Patienten eingeführt.

Der Einsatz umfasst vor allem die gesamten Blutgruppenbestimmungen sowie die Blutverträglichkeitsproben vor Transfusionen. Das macht im Krankenhaus Bad Arolsen jährlich rund 2000 Untersuchungen aus.

Wie funktioniert die Blutgruppenbestimmung?

Der neue Vollautomat überprüft alle bestückten Materialien auf Richtigkeit, Position, Chargen-Nummern und Verfallsdatum. Die Patientenproben und die angewandten Materialien zum Beispiel Antikörper, die für die Bestimmung notwendig sind - verfügen über elektronische Strichcodes.

 Alle Prozesse, Resultate und Patientenbefunde werden elektronisch aufgezeichnet und ausgedruckt, so dass Fehler nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen sind und die Patientensicherheit weiter verbessert wird.

Wird der Automat von Menschen kontrolliert?

Die Resultate werden einerseits vom technischen Personal in Bad Arolsen (medizinische Fachangestellte, MTA) ausgelesen und freigegeben und werden andererseits von Fachärzten für Transfusionsmedizin beim DRK-Blutspendedienst Kassel regelmäßig beurteilt.

Die Fern-Beurteilung wird über eine webbasierte Schnittstelle den berechtigten Ärzten des Blutspendedienstes ermöglicht. Diese Lösung erleichtert die Prozesse und die Kommunikation zwischen den Labormitarbeitern in Bad Arolsen und dem Fachpersonal des DRK Blutspendedienstes.

Warum immer mehr Technikeinsatz?

Die medizinisch-technische Leitung dieser Laboreinheit liegt bei den Fachärzten des DRK Blutspendedienstes Kassel unter Leitung von Institutsdirektor Dr. Walid Sireis. Er hatte dem Krankenhaus Bad Arolsen dieses Konzept vorgeschlagen und mit Chefarzt Dr. Rudolf Alexi,  Transfusionsverantwortlicher des Hauses,  und den Labor-Beschäftigten umgesetzt.

Nach Angaben von Dr. Alexi waren die bisherigen Systeme nicht mehr zeitgemäß und es stand immer weniger geschultes Personal dafür zur Verfügung. „Wir wollten mit neuer Technologie unseren Automatisierungsgrad erhöhen und somit den Anforderungen an ein modernes Labor gerecht werden“, so Dr. Alexi. „Die engere Zusammenarbeit mit dem DRK- Blutspendedienst ist unter diesem Gesichtspunkt geradezu ideal.“ 

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?

Vergleiche des neuen automatischen Gerätes mit der ursprünglichen manuellen Methode hätten gezeigt, dass beide Verfahren bezüglich Zahl und Spezifität der identifizierten Antikörper nahezu gänzlich übereinstimmten. 

Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Nachweisstärke: Dabei konnte der Vollautomat Antikörper eindeutiger, also mit stärkerer Reaktion, nachweisen als die manuelle Methode. 

Die Patienten profitieren in mehrfacher Hinsicht von dieser Kooperation: Der Einsatz des Gerätes erhöht die Patientensicherheit durch gleichbleibende, standardisierte Prozesse. Gleichzeitig führt die engere Zusammenarbeit mit dem DRK Blutspendedienst Kassel zu einer Qualitätsverbesserung in der Patientenversorgung mit verträglichen, passgenauen Blutprodukten. 

Dr. Sireis betont, dass die Ausstattung des Labors im Krankenhaus Bad Arolsen mit voll- automatischen Geräten einen sehr wichtigen technischen, fachlichen und versorgungstechnischen Sprung darstelle und erheblich zur Versorgungssicherheit der Patienten beitrage. (gnh)

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