BAC-Theater begeistert mit buntem Panoptikum deutscher (Musik)- Geschichte

Berlin-Revue am Tag der Einheit

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Bad Arolsen. Was beschreibt den Nerv einer Stadt besser als ihre Musik? Mit der „Berlin-Revue“ zum Tag der Deutschen Einheit hat das Bad Arolser BAC-Theater einen Volltreffer gelandet.

Der musikalische Bilderbogen ist mehr als eine Liebeserklärung an die neue alte Hauptstadt: hundert Jahre deutsche Geschichte werden in dem bunten Panoptikum lebendig. Das geschieht auf so vielfältige, unterhaltsame und mitreißende Art und Weise, dass der Zuschauer manchmal nicht weiß, wo er zuerst hinsehen soll. Da sind zum einen die heimlichen Hauptakteure, eine vierköpfige Live-Band um den musikalischen Leiter Jan Knobbe, die permanent Gas gibt und deren Musiker dennoch bescheiden im Hintergrund agieren.

Berlin-Revue am Tag der Einheit

 Da gibt es Filmeinspielungen zu sehen vom Schutzmann mit Pickelhaube, von Kriegstaumel und Mauerbau und –fall. Die Berliner „Gold-Else“ lässt die Regie gar von ihrer Säule heruntersteigen, um sich in das bunte Treiben auf den Straßen zu mischen. Liegen gebliebene Hakenkreuzfahnen sammelt die Siegesgöttin auf, bestaunt die von amerikanischen Besatzern importierten Nylons, steckt den Zuschauern Bananen zu und legt einen wilden Hip-Hop aufs Parkett. Damit ist aber nur kleiner Teil der in jeder Minute sehenswerten Eigenproduktion erwähnt. Vor allem die Lieder sind es, die über Generationen im kollektiven Gedächtnis bleiben. Zumal in Berlin, wo kräftig „Musike“ drin ist und das von schier zahllosen Künstlern besungen wurde.

Hier setzen die BAC-Akteure an, um ungeahnte Entertainer-Talente zu offenbaren. Angefangen von der „Berliner Luft“ über ein Comedian-Harmonists-Medley, bei dem „Ein guter Freund“ von der Bühne weg verhaftet wird, den mitreißend gegrölten „Kreuzberger Nächten“, einer heißen Version von Nina Hagens „Ich bin ein Berliner“ bis zur definitiven Hymne „Berlin, Berlin“ eines Harald Juhnke. Damit noch nicht genug, baut das Regieteam Tina Rummel und Liesel Merhof obendrein Zitate und kleine Spielszenen ein und lässt Figuren wie den DDR-Grenzpolizisten auftauchen. Letzterer fährt auch im „Sonderzug nach Pankow“ mit, während „Udo“ mit ganz neuartigem Bühnenequipment einen zum Brüllen komischen Auftritt abliefert. Am Ende begleiten minutenlanges Fußgetrappel, Pfiffe und Rufe den Premierenapplaus für eine rundum gelungene Musikrevue. Schluss ist danach noch immer nicht: als Schmankerl gibt es ausgedehnte Zugaben, die Spaß machen. (Sandra Simshäuser)

Weitere Vorstellungen im BAC-Theater, In den Siepen, am 9./11. Oktober sowie am 6./7./15. und 21. November jeweils um 19.30 Uhr. Tickets für 11/5 Euro gibt es in der Buchhandlung Aumann oder im Internet: bac-theater@gmx.de

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