Volkmarsen

Bachläufe sollen sich wieder schlängeln dürfen

- Volkmarsen (-es-). Ein drei Kilometer langes Teilstück der Twiste von der Einmündung der Erpe bis zur westfälischen Landesgrenze soll ab dem kommenden Frühjahr behutsam wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Das hat Bürgermeister Hartmut Linnekugel mit dem Geschäftsführer des Hessischen Wasserverbands Diemel, Rolf Enders, vereinbart.

Grundlage des Projektes ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die bis 2015 überall umgesetzt werden muss. Die wissenschaftlichen Vorarbeiten laufen schon seit dem Jahr 2000. Unter anderem wurden systematisch sämtliche Gewässer nach ihrem ökologischen Zustand beurteilt. Als Bio-Indikatoren wurden bestimmte Tier- und Pflanzenarten gesucht. Überall da, wo die sogenannten Leitarten fehlen, herrscht Handlungsbedarf. Das trifft eben auch auf die Twiste zu. Ein kleines Teilstück des heimischen Gewässers wurde nun herausgesucht, um hier den Anfang zu machen. Aber schon ist geplant, dass im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit weitere Teilstücke und Zuläufe der Twiste in das Projekt aufgenommen werden. Die Kosten für die Renaturierung werden zu einem hohen Prozentsatz (80 Prozent) vom Land und der Europäischen Union bezuschusst. Dennoch sind die Kosten auf die Gesamtfläche betrachtet enorm. In Volkmarsen sind die Kosten überschaubar, weil sich das ausgewählte Teilstück der Twiste mit ausgedehnten Uferbereichen in städtischem Eigentum befindet. Grundstücksankäufe sind also nicht nötig. Dennoch sollen Anlieger und Nutzer der Flächen ausführlich über die Details informiert werden. Der Vergleich alter Flurkarten mit dem heutigen Zustand beweist, dass auch die idyllische Naturlandschaft des Waldecker Landes nachhaltig vom Menschen geprägt wurde. Wo sich einst Bäche schlängelten und breite Auengebiete regelmäßig überfluteten, finden sich heute Bachläufe, die wie mit dem Lineal gezogen scheinen. Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass systematisch an einer Verbesserung dieses Zustands gearbeitet werden muss.

Mehr in der gedruckten WLZ vom 26. Oktober 2010.

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