Feierstunde im Rauch-Museum:

Bad Arolsen ist jetzt eine Fair-Trade-City: Beitrag zum fairen Welthandel

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Bad Arolsen darf sich offiziell Fairtrade-Stadt nennen. Das Siegel soll auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen. Darüber freuen sich (v.l.) Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz, Bürgermeister Jürgen van der Horst, Beatrix Broeker von der Steuerungsgruppe, Stadtverordnetenvorsteher Marco Lambion und Stadtrat Dietmar Danapel.

Bad Arolsen. „Fairer Handel lebt vom Handeln“, erklärte Manfred Holz, Ehrenbotschafter des Vereins TransFair, bei einer besonderen Auszeichnung für die Stadt.

Vor mehr als zwei Jahren hatte eine Gruppe engagierter Arolser mit viel Überzeugungsarbeit die Fairtrade-Zertifizierung auf den Weg gebracht. Das Ziel ist nun erreicht: als 52. Kommune in Hessen darf sich Bad Arolsen offiziell Fairtrade-Stadt nennen. Damit spiele Arolsen nun in einer Liga mit London und Stockholm, stellte Holz anlässlich der Feierstunde im Rauchmuseum fest.

Die entsprechende Urkunde nahmen Beatrix Broeker als Sprecherin und Stadtrat Dietmar Danapel entgegen. Den Anstoß, die soziale und wirtschaftliche Lage der Menschen in der dritten Welt auf nachhaltiger Basis zu verbessern, hatte die örtliche Eine-Welt-Gruppe geliefert.

Per Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurden Nägel mit Köpfen gemacht und eine Steuergruppe gegründet. In kleinen Teams, berichtete Broeker, habe man in örtlichen Geschäften und Gastronomien über fairen Handel informiert. Zur Voraussetzung einer Fairtrade-Stadt gehört nämlich auch, mindestens vier Geschäfte und zwei Gaststätten vorzuweisen, die fair gehandelte Produkte anbieten. Weitere Unterstützung leisteten heimische Schulen, ferner wurden Kirchen und Vereine mit ins Boot geholt.

„Das Ziel haben wir erreicht, unsere Arbeit ist aber noch nicht beendet“, stellte Beatrix Broeker fest. Da die Zertifizierung für jeweils zwei Jahre vergeben wird, sind noch viele weitere Ideen gefragt.

So sei ein Einkaufsführer „Fair einkaufen in Bad Arolsen“ ebenso vorstellbar wie ein fair gehandeltes Giveaway zum anstehenden 300-jährigen Stadtjubiläum. Ferner ermunterte Broeker dazu, als Konsument beim Einkauf nach entsprechenden Artikeln zu fragen. Immerhin sei fairer Handel auch ein wirksames Instrument, um Ursachen von Flucht zu bekämpfen. Die Auszeichnung als Fairtrade-Stadt bringe die Verpflichtung mit sich, bessere Lebensverhältnisse für Menschen zu schaffen, befand auch Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Vom Maniokchip bis zum Orangensaft: Proben aus der fair gehandelten Produktpalette, die im Bad Arolser Einzelhandel angeboten wird, konnten die Gäste im Anschluss verkosten. Humor bewies das „Smokin´ Sound Sextett“ der Christian-Rauch-Schule, das nach mehreren lässigen Jazznummern die fairen Bananen vom Rednerpult als symbolisches Dankeschön entgegennahm.

(Von Sandra Simshäuser)

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