Neuer Feuerwehrmann stammt aus Syrien

Arolser Feuerwehr stolz auf gute Ausbildung, gute Ausrüstung und funktionierende Kameradschaft

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Alt und Jung in der Feuerwehr vereint: Im neuen Einsatzleitwagen stehen die beiden neu aufgenommenen Lisa Friant und Sabrina Röling. Ganz vorne Erich Mazarin, mit 70 Jahren Mitgliedschaft ein Urgeistein der Feuerwehr. Außerdem auf dem Foto der neue Feuerwehrmann Ali Hussein aus Syrien, die frisch beförderte Feuerwehrfrau Eileen Fumfack, Hauptfeuerwehrmann Chuck Carton und die Jubilare Lothar Hinz (25 Jahre) und Roland Sänger (40 Jahre) Es gratulieren Wehrführer Gordon Kalhöfer, Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer und Erster Stadtrat Helmut Hausmann.

Bad Arolsen. Die Zahlen sind beeindruckend: 22 Brände, 61 Hilfeleistungen, 34 Alarme von Brandmeldeanlagen: Die 75 Aktiven der Bad Arolser Feuerwehr hatten insgesamt 120 Einsätze im vergangenen Jahr zu bewältigen, im Schnitt alle drei Tage einen.

Hinzu kamen Fortbildungen und Lehrgänge, die den zeitlichen Aufwand für die Einsätze deutliche überstiegen. Allein beim jüngsten Sturm Friedrike mussten rund um Bad Arolsen 120 Einsätze in drei Stunden abgearbeitet werden. 

All das leisten die Mitglieder der Arolser Feuerwehr freiwillig, ehrenamtlich auch deshalb, weil die Kameradschaft innerhalb der Gruppe funktioniert. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Feuerwehrstützpunkt deutlich. 

Teil dieser Kameradschaft und neu in die Feuerwehr aufgenommen wurde übrigens auch ein syrischer Flüchtling: Ali Hussein war 14 Jahre lang Feuerwehrmann in seiner Heimat. Nach Ablegen des Grundlehrgangs und der dazugehörigen Prüfung wurde er am Freitagabend zum Feuerwehrmann befördert.

Wie funktioniert die neue digitale Funktechnik?

Wehrführer Gordon Kalhöfer hatte seinen Jahresrückblick wieder in eine unterhaltsame Power-Point-Präsentation mit zahlreichen Fotos verpackt. Dabei erinnerte er an die vollzogene Umrüstung auf digitale Alarmierung und die Ausmusterung der alten Funkmeldeempfänger. 

Bei allen Vorteilen der neuen Technik vermissten die Einsatzkräfte bei der Alarmierung die Stimme des Disponenten aus der Leitstelle. An den neuen Geräten informiere nur noch ein kryptischer Buchstaben und Zahlencode über die Art des Einsatzes. 

Kalhöfer berichtete von der Anschaffung des neuen Einsatzleitwagens mit viel moderner Kommunikationstechnik. aus diesem Fahrzeug heraus könnten auch komplizierte Großeinsätze professionell geführt werden.

Was waren die Höhepunkte der Feuerwehrarbeit 2017?

Erstaunlich: Schon bei der Überführungsfahrt von Bremen nach Arolsen hatte der ELW seinen ersten Einsatz, als die Arolser Feuerwehrleute bei einem Autounfall helfen mussten. Als eine sinnvolle Ergänzung für den Ausbildungsstützpunkt am Feuerwehrhaus bezeichnete Kalhöfer den neuen Übungshof mit Übungscontainern.

 Die Einrichtung werde für überörtliche Lehrgänge von Feuerwehrleuten, Notärzten und Rettungssanitätern genutzt. Von der Arbeit der Jugendfeuerwehr mit aktuelle 25 Mitgliedern berichtete Pierre Schiffner. Bei den Stadtpokalwettkämpfen holten die beiden Arolser Team den ersten und vierten Platz. 

Ein Höhepunkt für die Jugendlichen war die Teilnahme am Viehmarktsfestzug mit einem selbst gebauten Festwagen. Manfred Scheele berichtete als Vorsitzender der Feuerwehrkameradschaft vom Osterfeuer auf dem Königsberg, von Wanderungen am Vatertag und der Exkursion zum Twistesee. 

Außerdem übernahm die Kameradschaft die Bewirtung beim Familientag der Firma Essex und stockte mit den Einnahmen die Kasse auf. Aus der Kameradschaftskasse wurden zusätzliche Ausrüstungsgegenstände für die Einsatzfahrzeuge finanziert. 

Was investiert die Stadt in den Brandschutz?

Erster Stadtrat Helmut Hausmann würdigte die hohe Einsatzbereitschaft der Arolser Feuerwehrkameraden. Sie seien ein tragendes Element der Gemeinschaft. Die städtischen Gremien stünden voll hinter den Feuerwehren und hätten deshalb im vergangenen Jahr 450.000 Euro in die Ausrüstung investiert. Hausmann: „Von der Einsatzabteilung bis zur Jugendwehr: Sie alle haben sich um das Wohl der Bürger verdient gemacht.“

Ebenso anerkennend äußerte sich Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer. Beim Sturm Friederike hätte die Bürger der Region trotz aller aufgetretener Schäden noch Glück gehabt. Anderswo habe der Sturm viel heftiger zugeschlagen. Der neue Übungshof der Arolser Feuerwehr habe sich bewährt und könne die Ausbildung noch ein Stück realistischer machen. 

Arolser Feuerwehren richten das Kreisjugendzeltlager aus

Nach der Indienststellung des neuen Einsatzleitwagens Anfang Februar könne die Arolser Feuerwehr auf die Anschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens MTF4 im Laufe des Jahres hoffen.

Vom 16. bis 18. August richten die Arolser Feuerwehren das Kreisjugendzeltlager mit 1200 Teilnehmern auf dem Mengeringhäuser Hagen aus. Hierfür werden noch viele Helfer benötigt.

Und wer wurde geehrt?

Eine äußerst seltene Ehrung stand am Ende der Jahreshauptversammlung an, als die 70-jährige Mitgliedschaft von Erich Mazarin gewürdigt wurde. Mazarin war lange Jahre Wehrführer und Ortsbrandmeister von Arolsen. auch nach seinem Ausschieden aus dem aktiven dienst hielt der Dachdeckermeister der Feuerwehr die Treue. Dafür wurde er jetzt mit der Plakette des kurhessische-waldeckischen Feuerwehrverbands in Gold ausgezeichnet. Die Auszeichnung für 40-jährige Mitgliedschaft ging an Roland Sänger. Seit 25 Jahren dabei ist Lothar Hinz. Heinrich Simshäuser wurde nach knapp 50 Jahren aktiver Dienstzeit in verschiedenen Wehren und Funktionen wegen Erreichen der Altersgrenze aus der Einsatzabteilung verabschiedet.

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