Bürgermeister und Kämmerin legen erste Analyse im Magistrat vor:

Bad Arolser Finanzen in der Corona-Krise fest im Blick

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Die Gewerbesteuereinnahmen brechen weg.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind auch in den städtischen Finanzen zu spüren. Gewerbesteuereinnahmen brechen ein. Firmen lassen ihre Steuervorauszahlungen herabsetzen.

Bad Arolsen. Es ist zu erwarten, dass auch der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer sinken wird. Gleichzeitig ist mit sinkenden Einnahmen bei den Eintrittsgeldern im Arobella-Bad zu rechnen. Die Elternbeiträge für die Kindergärten fehlen. All diese Auswirkungen und die zu erwartenden „Bremsspuren“ in den kommenden Jahren sind in eine aktuelle Analyse des Bad Arolsen Magistrates eingeflossen.

„Unsere Plandaten sind noch sehr unscharf“, räumt Bürgermeister Jürgen van der Horst ein. Die Einschätzungen orientierten sich am Szenario der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Allerdings sei zu befürchten, dass es diesmal schlimmer kommen werde.

Ziel: Ohne Haushaltssperre auskommen

Im Ergebnishaushalt werde ein deutliches Minus nicht zu vermeiden sein. Beruhigend sei es daher, dass die Stadt Bad Arolsen diesmal nicht aus einer „Situation der Schwäche“ komme, sondern in den vergangenen Jahren die Chance gehabt habe, „ein wenig Speck anzufressen“. Diese Gewinnvorträge könnten nun helfen, den Absturz abzudämpfen.

Kämmerin Birgit Dielschneider rechnet vor, dass aus dem geplanten Überschuss von 300 000 Euro nun ein Minus von 2,8 Millionen Euro werden könne. Das sei aber zu verkraften.

Das Ziel laute nun, neue Kassenkredite zu vermeiden, nachdem die alten mühsam abgebaut wurden. Wegen des Ausfalls von rund drei Millionen Euro Gewerbesteuer werde aus dem Liquiditätsplus von 1,4 Millionen Euro ein Liquiditätsbedarf von 1,6 Millionen Euro. Das müsse klug gesteuert werden.

Rathauschef optimistisch: Auch Krisen gehen vorbei

Bürgermeister Jürgen van der Horst will zunächst ohne formelle Haushaltssperre auskommen. Die Verwaltung sei selber in der Lage, eine Reihe von ausgaben zu steuern. Nicht alle angepeilten Projekte müssten sofort umgesetzt werden.

Van der Horst optimistisch: „Wir lassen die Ohren nicht hängen. Auch Krisen gehen vorbei. Wir kommen aus einer Position der Stärke."

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