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Rote Farbe im Gussasphalt an der Bad Arolser Stadtkirche

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Von: Armin Haß

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Heißer Gussasphalt wird vor der Stadtkirche Bad Arolsen in einem Metallrahmen verteilt, der den Goldenen Schnitt symbolisiert, jenes architektonische Prinzip, das der Barockstadt zugrunde liegt.
Heißer Gussasphalt wird vor der Stadtkirche Bad Arolsen in einem Metallrahmen verteilt, der den Goldenen Schnitt symbolisiert, jenes architektonische Prinzip, das der Barockstadt zugrunde liegt. © Armin Haß

In einem rötlichen Farbton präsentieren sich endlich die Flächen vor dem Portal und um den Kump an der Stadtkirche sowie die Areale neben der Einmündung der Schlossstraße.

Bad Arolsen – Mit Holzschiebern wurde der 180 Grad heiße Gussasphalt auf dem bereits vor zwei Wochen aufgebrachten Tragschichten aus anthrazit-farbenem Asphalt verteilt. Im Anschluss wird das belastbare Material noch aufgeraut.

Schweißtreiben Arbeit

Bei den sommerlichen Temperaturen war das Auftragen und ordentliche Verteilen des Gemischs aus Rhysolith-Splitt und einem Kunstharzbinder schon eine schweißtreibende Arbeit. Und mithilfe von speziellen Holzbrettern musste der Asphalt per Hand in enge Ritzen und Winkel verteilt werden.

37 Tonnen Gussasphalt wurden mit zwei Speziallastern aus der Nähe von Schweinfurt nach Bad Arolsen gebracht. Die heiße Masse wurde in einem beheiz- und schwenkbaren Tankaufsatz auf den Lkw zum Kirchplatz in Bad Arolsen transportiert. Aus dem Asphaltkocher wurde die Mischung dann in Schubkarren gekippt und portionsweise zum Verteilen an Ort und Stelle verbracht.

Fachliche Begutachtung

Zäh und doch aufgrund der feinen Splittbestandteile auch in kleine Winkel gut zu verteilen - so präsentiert sich die Masse. Zwar enttäuschte die blasse Färbung anfangs. Doch beim Abkühlen errötete der Gussasphalt im wahrsten Sinne.

Die Baustelle steht unter besonderer intensiver fachlicher Beobachtung, da es nicht primär um eine Sanierung von Asphaltflächen geht, die durch die Witterung und die Benutzung durch Zigtausende von Kraftfahrzeuge schadhaft geworden sind.

Beseitigung von Mängeln

Recht bald nach der Fertigstellung 2007 traten nämlich Mängel in der Fahrbahn auf und zeigte sich, dass der Gussasphalt an der Kirche entgegen allen Versprechungen dunkelgrau blieb und sich nicht rötlich färbte. In einem längeren Rechtsstreit mit dem in Insolvenz geratenen Bauunternehmen bekam die Stadt Schadensersatz zuerkannt, sodass im April mit der Sanierung begonnen wurde.

Fachlich begutachtet wurden die Arbeiten unter anderem auch von der Baustoffprüferin Nadia Böhme von Hessen Mobil. Die in Herbsen lebende Fachfrau war mit Auszubildenden angereist, die die in dieser Region nicht allzu häufig stattfindende Verarbeitung von Gussasphalt in Augenschein nehmen konnten.

Der Baustoff wird unter anderem auf Autobahnbrücken, Flughäfen, in Tiefgaragen und nun vor der Stadtkirche Bad Arolsen eingesetzt. Einen Rotton wird der neue Asphalt auf der Schloss- und der Rathausstraße nach Aussage der Fachleute auch noch annehmen. Dem Asphalt ist auch feiner Ryolith beigemischt worden, der der Straße nach längerer Benutzung einen rötlichen Farbton verleiht. (Armin Haß)

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