Was tut sich im Atelier Caleidos von Dieter Blum?

Bad Arolser Künstler arbeitet an zweiter Chance für Kasseler Denkmal

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Der Künstler Dieter Blum als Restaurator: In seinem Atelier Caleidos repariert Blum aktuell Teile eines Kunstwerks aus Glas, das 1968 in Kassel aufgestellt und um 2000 Opfer von Vandalismus wurde.  

Bad Arolsen – Der Künstler Dieter Blum ist angefragt worden, ein Kasseler Kunstwerk aus den 60er Jahren zu reparieren. - Ein ungewöhnliches Projekt, das bis hinein in die Nachkriegszeit führt und in die Zeit des Wiederaufbaus des im Krieg zerstörten Kassel.

Damals hatte der Künstler Dieter Freiherr von Andrian (1925 - 1992) etliche Kunstwerke im öffentlichen Raum gestaltet, darunter auch ein Relief aus Glas und Beton. Das 14 Meter lange und zwei Meter hohe Mosaik zeigt den stilisierten Kasseler Stadtplan vom Herkules über die Wilhelmhöher Allee bis hin zur Fuldaaue.

Das Kunstwerk war fest eingebaut in der 1968 eröffneten Fußgängerunterführung vor dem Hauptbahnhof. Nach Stilllegung und Schließung der Unterführung entwickelte sich der Kellerraum zu einem Treffpunkt dunkler Gestalten, die das Relief teilweise zerschlugen und als Drogenversteck nutzten.

Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Kassel die Unterführung schließen lassen. Vorher jedoch wurde das Denkmal an die Nachkriegszeit geborgen. Die Kosten hierfür, rund 60 000 Euro, hat die GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen übernommen, die das restaurierte Kunstwerk „an öffentlicher Stelle im innerstädtischen Kontext“ wieder aufstellen lassen will.

Vorher jedoch muss das Kunstwerk repariert und restauriert werden. Und genau an diesem Punkt kam der Bad Arolser Künstler Dieter Blum ins Spiel: „In den 50er und 60er Jahren waren Mosaike aus Glas in Mode. Heute aber schient es kaum mehr jemanden zu geben, der damit arbeitet. Deshalb haben sie mich gefragt.“

Der 82-jährige Künstler aus Bad Arolsen ist als Allrounder bekannt, der mit den unterschiedlichsten Materialien arbeitet, Holz, Metall, Stein, Papier, Beton und eben auch Glas. Aber er weiß auch, was andere besser können. So hat er der von der GWH beauftragte Architektin zunächst gebeten, einen Malerbetrieb mit der Rostbeseitigung zu beauftragen. Blum legte die beschädigten Stellen im Relief frei und fand heraus, dass die seinerzeit verwendete Eisenarmierung sehr sparsam eingesetzt und dann auch noch korrodiert war. Blum baute eine neu Armierung aus Edelstahl ein, organisierte passende Glasbrocken in der Glasbläserei in Willingen und bei Ritzenhoff und machte sich ans Werk.

Vieles ist schon geschafft, aber immer noch sind drei große Mosaik-Platten zu restaurieren. Der Künstler ist selber gespannt, wie sich das Werk seines Künstlerkollegen von Andrian am Ende in Kassel präsentieren wird. Sicherheitshalber sollen dann Platten aus Sicherheitsglas vor das Glasmosaik gesetzt werden. Nur so lassen sich weitere Vandalismusschäden verhindern. 

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