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Bad Arolser Rathaus koordiniert Hilfe für Opfer der Amokfahrt von Berlin

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Von: Elmar Schulten

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Vor der Kaulbach-Schule in der Großen Allee haben Schüler Blumen an einer Stele mit dem Logo der Schule niedergelegt und Grabkerzen angezündet.
Kerzen und Blumen vor der Kaulbach-Schule Bad Arolsen zum Gedenken an die bei einer Amokfahrt in Berlin getötete Lehrerin. © Armin Haß

Nach der Amokfahrt von Berlin, bei der eine Lehrerin der Bad Arolser Kaulbach-Schule getötet und mehrere Schüler und ein weiterer Lehrer schwer verletzt wurden, ist eine Koordinierungsstelle zur Opferhilfe im Bad Arolser Rathaus eingerichtet worden. Sie vermittelt Hilfsangebote für Betroffene mit körperlichen und seelischen Folgen des traumatischen Erlebnisses.

Bad Arolsen – Auf Einladung der Opferbeauftragten der hessischen Landesregierung, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, haben sich am Mittwoch zahlreiche Hilfeträger in Bad Arolsen im Bürgerhaus abgestimmt. Gemeinsames Ziel war es, alle Angebote zu bündeln, um Betroffenen bei der Bewältigung des schrecklichen Erlebnisses zur Seite zu stehen.

Birkenfeld: „Durch die Amokfahrt in Berlin wurden zahlreiche Menschen zum Teil sehr schwer und eine Person sogar tödlich verletzt. Viele Betroffene brauchen – Hilfe – und zwar jetzt und oft auch langfristig. Das zu koordinieren, ist unsere Aufgabe – Hand in Hand mit den lokalen Partnern vor Ort.“

Psychische Folgen nicht unterschätzen

Das traumatische Erlebnis lässt Betroffene oft nicht los – gerade in der ersten Zeit. Wut, Angst, Verzweiflung, Trauer oder Schlafprobleme können Opfer, Hinterbliebene oder Augenzeugen nachhaltig beeinträchtigen. Verletzte müssen zudem die körperlichen Folgen überstehen. Auch Eltern, Freunde oder Angehörige können unter dem Trauma leiden. Das hat nicht zuletzt die Amokfahrt beim Rosenmontagszug im Februar 2020 in Volkmarsen gezeigt.

Portraitfoto einer Frau.
Daniela Birkenfeld ist die Opferbeauftragte der hessischen Landesregierung. © Elmar Schulten

So stellen sich nicht nur Fragen nach der bestmöglichen medizinischen Therapie und psychologischen Unterstützung, sondern auch die nach versorgungsrechtlichen Maßnahmen, Renten- und Entschädigungsansprüchen oder auch möglichen Zeugenaussagen in Gerichtsverfahren. All das bedarf einer entsprechenden Vorbereitung und Unterstützung – unter anderem auch beim Stellen entsprechender Anträge oder bei Vorspracheterminen.

Ansprechpartner im Bad Arolser Rathaus

Die neu eingerichtete Koordinierungsstelle in Bad Arolsen unterstützt die Arbeit der hessischen Opferbeauftragten vor Ort. „Menschen, die in irgendeiner Weise betroffen sind von dem schrecklichen Ereignis in Berlin, können sich an uns wenden“, sagt Bürgermeister Marko Lambion. „Aus der Vielzahl der Unterstützungsmöglichkeiten vermitteln wir in Abstimmung mit der hessischen Opferbeauftragten dann die passenden Angebote, damit die Menschen sich in dieser Zeit, die ohnehin schwer genug für sie ist, bestmöglich aufgehoben fühlen.“

Dafür steht bei der Stadt Bad Arolsen der Mitarbeiter Dominik Wohl als Ansprechpartner zur Verfügung. Er berät, vermittelt und stellt Kontakte her – und ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr im Bad Arolser Rathaus an der Großen Allee unter Tel. 05691/801-205 erreichbar oder per E-Mail an: dominik.wohl@bad-arolsen.de -Auch persönliche Beratungstermine sind möglich.

Viele Stellen können helfen, Koordinierung wichtig

„Bei dem Angebot kommt es uns vor allem darauf an, die Menschen schnell, unbürokratisch und wohnortnah zu versorgen“, ergänzt Landrat Jürgen van der Horst: „Hier vor Ort stehen uns dafür zahlreichen Hilfeträger zur Seite.“

Die Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, das Staatliche Schulamt, die Kirchengemeinden, Unfallkassen, die zuständigen Regierungspräsidien und Versorgungsämter, die Schön-Klinik in Bad Arolsen, der Weiße Ring oder die hessischen Opferhilfevereine unterstützen dabei. „Die Fäden müssen aber an einer Stelle zusammenlaufen, damit die Hilfe auch schnell da ankommt, wo sie gebraucht wird. Das geschieht in der neuen Koordinierungsstelle. Zudem laufen dort auch zivilgesellschaftliche Unterstützungsangebote zusammen“, so van der Horst.

Rotarier haben Spendenkonto eingerichtet

In diesem Zusammenhang wird auch noch einmal auf die Aktion des Rotary Clubs Korbach–Bad Arolsen hingewiesen, der ein Spendenkonto für die Betroffenen eingerichtet hat. Kontodaten: Gemeinnütziger Verein der Freunde Rotary, IBAN: DE61 5235 0005 0000 1429 27, Sparkasse Waldeck-Frankenberg.  

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