Renaturierung des Laubachs bei Wrexen dient auch Hochwasserschutz

Baggern für den Schutz der Natur

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Diemelstadt - Wrexen - Der Baugrund sieht aus wie die Trasse für eine neue Straße, gebaggert wird aber für Natur- und Hochwasserschutz.

Derzeit deckt der Schnee gnädig und zentimeterhoch zu, was in den vergangenen zwei Wochen von der Baufirma geschaffen wurde und bei einem Ortstermin des Hessischen Wasserverbands Diemel gestern Nachmittag in Augenschein genommen wurde.

Für 130 000 Euro wird der Laubach zwischen Trotzmühle und der Straße Schlangensterz renaturiert und zugleich eine im Schnitt 80 Zentimeter tiefe Mulde angelegt, in die Hochwasser ablaufen kann. Damit folgt der Wasserverband zum einen der Wasserrahmenrichtlinie, nach der Gewässer möglichst naturnah gestaltet werden sollen, um den Artenreichtum zu fördern.

Zum anderen wird ein Beitrag zum Schutz vor Überschwemmungen geleistet. Die Summe der renaturierten Flächen macht’s dann, wie Hans Schrottmeier vom Ingenieurbüro Wenning aus Kassel gestern in Gegenwart von Bürgermeister El

mar Schröder, der Kreisbeigeordneten Hannelore Behle und des Verbandsgeschäftsführers Rolf Enders erklärte. Bereits jetzt werden neben zahlreichen Forellen Aale, Groppen, Neunaugen und Stichlinge registriert – die mussten wegen der Bauarbeiten kurzfristig in die Diemel umgesiedelt werden.

Doch neben den Wasserbewohnern, für die das Bett des Bachs auch mit Sohlgleiten naturnäher gestaltet und das alte Wehr entfernt wird, sollen auch Amphibien, Insekten und verschiedene Vogelarten im Bereich des Laubachs Raum bekommen. Dazu müssen die Randstreifen von einer landwirtschaftlichen Nutzung freigehalten werden und ist künftig nur noch eine extensive Weidewirtschaft möglich.

Beabsichtigt ist die Entstehung einer Feuchtwiese. Dazu müssen 6500 Kubikmeter Boden ausgehoben werden. Der Zuschuss des überwiegend vom Land finanzieren Projektes wurde bereits vor eineinhalb Jahren bereitgestellt, doch mussten die Planungen geändert werden, weil ein wichtiges Grundstück fehlte. Die Stadt ist als Verbandsmitglied mit dem Ankauf der Flächen beteiligt.

Die Arbeiten werden voraussichtlich noch eine Woche benötigen. Bei Frost herrschen ideale Bedingungen, doch weil die Bagger in dem bislang eher feuchten Boden einzusinken drohten, wurde der Arbeitseinsatz vorläufig unterbrochen. (ah)

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