Bestandsaufnahme bei der Domanialverwaltung

Barockschloss Bad Arolsen ist eines der "Sahnehäubchen"

Projektwoche der Kaulbachschule zu „300 Jahre Arolsen“. Sie haben am Schlossmodell gebastelt, das die Stadt zum Selberbauen herausgegeben hat. Ein Projekt, das auch viel Zuwendung zu Details erfordert. Das Bild zeigt, von links, die Schülerinnen Enya Hergesell, Angelina Pape und Sophia Schaake mit fertigem „Bauwerk“. Foto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Die Waldecker Schlösser sind die „Sahnehäubchen“ des Vermögens der Waldeckischen Domanialverwaltung. Bestandsaufnahme beim Geschichtsverein Bad Arolsen.

 Das hätten sich die Waldecker Grafen im Mittellalter nicht gedacht, dass außer schönen Schlössern später auf einem ihrer Grundstücke in Willingen der Welt größte Skisprungschance entstehen würde. Dies kennzeichnet eine „Waldecker Spezialität“, die heutige Domanialverwaltung.

Überblick über das Eigentum

Über den heutigen Eigenbetrieb des Landkreises Waldeck-Frankenberg sprachen Direktor Dr. Günter Steiner und sein Stellvertreter, der Forstbetriebsleiter, Hendrik Block, beim letzten Vortrag in der Reihe des Waldeckischen Geschichtsvereins zum Stadtjubiläum „300 Jahre Arolsen“

Auf 19 250 Hektar steht überwiegend Wald, aber auch die Schlösser Bad Arolsen, Rhoden und Waldeck nebst Hotelbetrieb, weitere historische Gebäude, wie der Georg-Viktor-Turm auf dem Eisenberg, die Schön-Klinik und das Welcome-Hotel in Bad Arolsen - zudem Wohnhäusern in Bad Arolsen und Wildungen. Das gut gehende, von einem Pächter betriebene Restaurant „Schlossgarten“ ist eine weitere Besonderheit des Domaniums - 2020 solle seine Attraktivität gesteigert werden, sagte Steiner.

Das sind Superlative

Neben besagter Sprungschanze in Willingen ist die längste Hängebrücke der Welt, der „Skywalk Willingen“, auf Gelände der Domanialverwaltung geplant. Das Kloster Volkhardinghausen, Steinbrüche, das Gelände für das Drachenfest auf dem Quast bei Rhoden, Strom- und Gasleitungen und Windkraftanlagen, der Golfplatz Waldeck, Fischgewässer und Jagdgebiete oder Naturschutzgebiete im Umfang von rund 4000 Hektar geben einen Eindruck von den vielfältigen Nutzungen einst herrschaftlicher Flächen im Waldecker Land.

Aus den nachhaltig bewirtschafteten Waldflächen wurden bis zu den großen Windwürfen und Käferkalamitäten Gewinne von jährlich ein bis zwei Millionen Euro erzielt, die den ehemaligen Waldecker Kommunen zugute kommen.

So wichtig sind die Erträge aus dem Wald

Drei Viertel der Erträge werden aus dem Wald erzielt und für die Erhaltung des über 800 Jahre alten waldeckischen Erbes benötigt. Als Gemeindezweckverband entstand die Domanialverwaltung, nachdem der letzte regierende Fürst Friedrich zu Waldeck und Pyrmont 1918 zum Abdanken gezwungen worden war und durch den so genannten Fürstenvergleich neben der Zuteilung von 3400 Hektar Fläche an die fürstliche Stiftung zusätzlich der Nießbrauch des Fürstenhauses an dem der Domanialverwaltung übertragenem Eigentum geregelt worden war: Dazu gehört unter anderem das Schloss, in dem die fürstliche Familie lebt, dazu zählen auch Immobilien, aus denen die Fürstliche Stiftung Mieten und Pachten erzielt.

Ein Schachzug?

Geregelt ist aber auch eine Verpflichtung der Stiftung, sich an Renovierungen zu beteiligen.

Schmunzelnd habe der heutige waldeckische Fürst Wittekind einmalgefragt, ob seinem Opa wirklich eine Enteignung widerfahren sei oder ob der Fürstenvergleich nur ein genialer Schachzug seines Opas gewesen war, erinnert sich Direktor Steiner.

Skifunktionäre an der Weltcup-Schanze Willingen, di e auf Domanialgelände steht. Von links: Pekka Hyvärinen (Internationaler Skiverband), Rennleiter Volkmar Hirsch und Schanzenchef Andi Rohn. Foto: Manfred Niemeier

Die Domanialverwaltung ist gerade bei den historischen Gebäuden durch millionenträchtige Investitionen an der Entwicklung im Tourismus beteiligt (Welcome-Hotel Arolsen und Hotel Schloss Waldeck) und an der Förderung der Kultur (Fürstliche Reitbahn und Christian-Daniel-Rauch-Museum Arolsen).

Der Arbeitgeber

Die Waldeckische Domanialverwaltung mit Sitz im alten Regierungsgebäude gegenüber dem Residenzschloss in Arolsen ist auch Arbeitgeber.

60 Mitarbeiter sind in verschiedenen Bereichen, vom Forstbetrieb über die Baubetreuung bis zu den Finanzen, im gesamten Altkreis Waldeck tätig.

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