Investoren für Projekt in Marsberg wollen Änderungen bei der Stromvergütung zuvorkommen

Bauantrag für elf Windkraftanlagen

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Elf Windkraftanlagen sind in der Gemarkung von Erlinghausen an der Grenze zu Diemelstadt geplant.

Diemelstadt/Marsberg - Die Investoren für elf neue Windkraftanlagen in der Erlinghäuser Gemarkung an der Grenze zu Diemelstadt wollen Nägel mit Köpfen machen und haben einen Bauantrag gestellt.

Geplant sind in der Nähe der Gemarkungsgrenze zu Hesperinghausen und Helmighausen Windmühlen mit einer Bauhöhe von 200 Metern. Die Investoren hoffen, die Anlagen noch im kommenden Jahr, auf jeden Fall aber vor einer einschneidenden Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes errichten zu können, um die Rentabilität des Projektes sicherzustellen. Darauf zu warten, dass eventuell Ende dieses Jahres die Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Marsberg für den Bereich Windenergie genehmigt werde, könnte die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage stellen, erklärte Friedrich-Wilhelm Brühne (Neudorf), der zu den Investoren zählt. Mit dem Bauantrag zum jetzigen Zeitpunkt werde ein Risiko eingegangen, betont er. „Wir müssen der Änderung des EEG zuvorkommen“, erklärt er. Weit über 100000 Euro seien schon in diverse Gutachten investiert worden, so etwa die avifaunistische Begutachtung zu Brutvogelvorkommen. Ohne solche Vorleistungen gehe es aber nicht.

Das Ergebnis des über ein Jahr laufenden Gutachtens über die Vorkommen schützenswerter Vogelarten, wie etwa dem Rotmilan, ist für die Investoren positiv. Hingegen äußere sich der Naturschutzbund negativ, genau wegen der vorkommenden Rotmilane. Dabei habe sich im Einzugsbereich des Windparks Meerhof die Zahl der Brutstätten dieser Greifvögel von 45 auf 55 erhöht, sagt Brühne.

Zudem weist er auf die naturschutzrechtlich geforderten Ausgleichsmaßnahmen hin. So müssten zehn Hektar Land für Schutzmaßnahmen bereitgestellt werden. Die Mindestabstände zur Wohnbebauung würden in Richtung Hesperinghausen 1100 Meter und in Richtung Erlinghausen 1200 Meter betragen, berichtet Brühne.

Acht Anlagen werden von der Rotes Land/Erlinghausen GmbH und Co. KG geplant, drei weitere von der Schweinstiegel/Uhlenflucht GmbH. Vorgesehen ist eine Beteiligung der von den jeweiligen Volksbanken getragenen Bürgerenergiegesellschaften Marsberg sowie Paderborner Land. Außerdem können sich Interessierte mit größeren Beträgen an einer KG beteiligen. Pro Anlage werden Investitionskosten von fünf Millionen Euro kalkuliert.

Formfehler

Die Baugenehmigung ist nun beim Hochsauerlandkreis beantragt worden. Die Bezirksregierung muss über die Genehmigung nach dem Bundesimmissionschutzgesetz befinden.

Doch das Antragsverfahren ist aufgrund eines Formfehlers beim Hochsauerlandkreis ins Stocken geraten. So war parallel zur Veröffentlichung der Amtlichen Bekanntmachung im Internet eine verkehrte Information veröffentlicht worden. So wird der Beginn der offiziellen, etwa einen Monat dauernden Auslegung im Rathaus Marsberg und beim Hochsauerlandkreis auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, wie Brühne berichtet. Zusätzlich müssen die Pläne in den Nachbarkommunen Bad Arolsen und Diemelstadt ausgelegt werden. Dies war bisher nicht vorgesehen.

Ein positiver Bescheid zu diesem Bauantrag würde bedeuten, dass die Anlagen bereits gebaut werden könnten, bevor der in Aufstellung befindliche Regionalplan und Flächennutzungsplan Rechtskraft erhalten würden. Dies erklärte der Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder in einer gestern verbreiteten Pressemitteilung (weiterer Bericht).

Er wies darauf hin, dass auch für die Bürger der angrenzenden hessischen Ortsteile Helmighausen, Neudorf und Hesperinghausen die Möglichkeit bestehe, eine schriftliche Stellungnahme im Rahmen dieses Verfahrens abzugeben. Der Planungsträger gehe ohne Stellungnahmen davon aus, dass die betroffenen Bürger der Planung zustimmen. (ah)

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