Landau

Bauern setzen auf kleinere Milchmengen

Milchforum Landau

- Bad Arolsen-Landau (-ah-). Über 250 nordhessische Milchbauern unterstrichen bei einem Milchforum in Landau ihre Forderung nach einem mindestens kostendeckenden Milchpreis. Über den Weg dorthin gibt es aber unterschiedliche Auffassungen.

Immerhin gelang es den einladenden Arolser Milchbauern, die in der Konfrontation geübten Fraktionen des Bauernverbandes an einen Podiumstisch zu setzen und den Weg zu einmütiger klingenden Stellungnahmen zu ebnen. „Wir müssen jetzt nach vorn blicken“, sagte Adolf Lux, Vorsitzender des Bauernverbands im Schwalm-Eder-Kreis. Immerhin seien sich der Bauernverband und der Bund Deutscher Milchviehhalter einig, dass die Reduzierung der produzierten Milchmengen eine Möglichkeit zur Lösung der Probleme sei. Gleichwohl gebe es noch einige Punkte, bei dem beide Verbände noch nicht zusammenkämen. „Die einzige Möglichkeit, die uns nichts kostet, ist die Drosselung der Milchproduktion“, sagte Heinz Brühmann, Landwirt aus Wetterburg und Vorsitzender des Waldecker Kreisbauernverbandes. In seiner Brust schlagen zwei Herzen: Als Vorstandsmitglied der Hochland-Molkereis betonte er, dass es gerade die Genossenschaften nicht auf schlechtere Preise abgesehen hätten. Erheblichen Einfluss nähme die Exportorientierung: 44 Prozent der deutschen Milch würden ausgeführt - bei sinkenden Weltmarktpreisen. 16 Prozent würden in der Industrie verarbeitet, nur 40 Prozent würden im Inland vermarktet. Verfütterungs- und Exportbeihilfen könnten die Landwirte immerhin etwas entlasten.In der Versammlung wurden die Rolle der Genossenschafts- und der Privatmolkereien sowie der Discountmarkt-Ketten erörtert, das unterschiedliche Vorgehen der Berufsverbände, die Rolle der Politik und das Verhalten der Landwirte in der such verschärfenden Situation diskutiert. Immerhin liegt der Milchpreis mit weniger als 20 Cent deutlich unter den 40 Cent, die die Milchbauern zur Deckung der Kosten einschließlich des Kreditabtrags für kostspielige Investitionen in Rinderställe fordern. „Ich vermisse eine Kampagne für faire Milchpreise“, merkte der Landauer Ortsvorsteher Tino Hentrich an.

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