Zweite Verhandlungsrunde beginnt am Donnerstag

Arolser sitzen bei Tarifverhandlungen in Wiesbaden am Tisch

+
Angelika Teppe ist Leiterin des Personalmanagements bei der Firma Almo und seit zehn Jahren Verhandlungsführerin bei der Tarifkommission der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Hessen. 

Bad Arolsen.  Mit den beiden großen Flaggschiffen Hewi und Almo ist Nordwaldeck ungewöhnlich stark im hessischen Arbeitgeberverband der Kunststoff verarbeitenden Industrie vertreten.

Kein Wunder also, dass Angelika Teppe, Personalchefin der Firma Almo, seit 15 Jahren Mitglied,  zehn Jahre  stellvertretende Verhandlungsführerin und aktuell Verhandlungsführerin der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen ist. Am  Donnerstag, 7. März,  startet in Wiesbaden die zweite Verhandlungsrunde.

Die Gewerkschaft IGBCE fordert bei dieser Gelegenheit sechs Prozent mehr Gehalt, doppeltes Urlaubsgeld, die Weiterentwicklung der Sozialpartnerverantaltungen  und ein Tandem-Modell der Altersteilzeit, bei der ein älterer Mitarbeiter die Einstellung eines jüngeren ermöglicht und begleitet.

„Wir wollen natürlich auch keine Nullrunde, aber wir finden, dass die veränderte wirtschaftliche Lage besser berücksichtigt wird“, hält Angelika Teppe dagegen. In den vergangenen Monaten habe sich die Lage deutlich eingetrübt. Deshalb könne man jetzt nicht mehr die gleichen Abschlüsse machen wie noch vor einem Jahr in der chemischen Industrie.

Die Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie beschäftigen in Hessen rund 5600 Mitarbeiter. Großunternehmen wie Hewi und Almo sind da eher die Ausnahme, haben aber ein gewichtiges Wort mitzureden.

Auf der Seite der Arbeitnehmer sind daher ebenfalls Mitarbeiter der Firmen Hewi und Almo aktiv. Für die IGBCE sitzen Hewi-Betriebsratsvorsitzender Gerhard Liese und seine Kollegin Silvia Wagner von der Firma Almo mit am Verhandlungstisch. Hewi-Geschäftsführer Thorsten Stute gehört dem Vorstand des Arbeitgeberverbands an und Hewi-Personalchef Martin Krämer gehört ebenfalls der Tarifkommission an.

Teppe schränkt aber ein: „Wir müssen als Verband aber auch die Situation der vielen kleinen mittelständischen Unternehmen mit 20 bis 100 Mitarbeitern im Auge behalten. Die produzieren oft unscheinbare Alltagsgegenstände und haben mit einem gehörigen Konkurrenzdruck auf dem Weltmarkt zu kämpfen. Da können höhere Tarifabschlüsse nicht einfach auf die Preise aufgeschlagen werden. Das gefährdet Arbeitsplätze.“

Bisher seien Tarifverhandlungen in der Kunststoff verarbeitenden Industrie Hessens stets ohne Streik zu einem guten Ende geführt worden. Angelika Teppe ist zuversichtlich, dass dies auch diesmal wieder gelingen kann.

Auch wenn zwischendurch heiß diskutiert werde, funktioniere die Sozialpartnerschaft. Mit ein wenig gutem Willen finde man auch immer einen Kompromiss, ist Angelika Teppe überzeugt..

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare