1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Beim Arolser Schlossgespräch das Leiden der Opfer im Blick

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Elmar Schulten

Kommentare

Vier Männer mit anti-Kriegs-Plakaten vor der Kulisse des Arolser Residenzschlosses.
Sie laden zum nächsten Schlossgespräch ein: Von links der katholische Pfarrer Peter Heuel, Medienwissenschaftler Thomas Henke, Bürgermeister Marko Lambion und Wilhelm Müller vom städtischen Gästezentrum. © Elmar Schulten

Zu einem Schlossgespräch „außer der Reihe“ und aus aktuellem Anlass laden die Stadt Bad Arolsen und die katholische Kirche am Dienstag, 24. Mai, ab 19 Uhr in den Steinernen Saal des Residenzschlosses ein.

Bad Arolsen – Im Mittelpunkt des Abends stehen Augenzeugenberichte über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Moderation des Abends übernimmt wie immer der in Bad Arolsen wohnende Medienwissenschaftler Thomas Henke und der aus Volkmarsen stammende Buchautor Wolfgang Büscher. Als Übersetzerin wird die Marianna Marinets dabei sein, die an der Kaulbachschule unterrichtet und sich seit den ersten Kriegstagen für konkrete Hilfsaktionen für die Ukraine engagiert.“

Ihre Gesprächspartner sind an diesem Abend zwei Frauen, die erst vor wenigen Wochen aus der Ukraine geflüchtet sind, darunter eine Journalistin, die für eine ukrainische Nachrichtenagentur arbeit. Ebenfalls eingeladen ist der Journalist Ibrahim Naber, der als Chefreporter für die Tageszeitung „Die Welt“ über den Ausbruch des Krieges aus der Ukraine berichtet hat. Schwerpunkt des Schlossgespräches soll die Perspektive der Opfer sein, so Henke, denn viel zu oft würden in den digitalen Medien die Erlebnisse der Opfer in Zweifel gezogen und verdreht.

Nicht an Brutalität und Leid gewöhnen

Pfarrer Peter Heuel stellt dazu fest: „Wir gewöhnen uns viel zu schnell an das Leid, das wir jeden Abend im Fernsehen dargestellt bekommen. Das merkt man auch daran, dass die Spendenbereitschaft abnimmt. Dabei nehme der Krieg an Intensität und Brutalität jeden Tag noch zu.“

Bürgermeister Marko Lambion verwies auf die regelmäßigen Freitagsgebete vor dem Bad Arolser Bürgerhaus: „Da wird das Leid und die Themen Not und Vertreibung thematisiert.“ Aber es müsse natürlich noch mehr passieren.

Pfarrer Heuel erinnerte in diesem Zusammenhang an die Sammelstelle für Hilfsgüter in der katholischen Kirche von Mengeringhausen. Hier werden jeden Mittwoch und Freitag von 16 bis 18 Uhr haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und Verbandsmaterial angenommen und an Bedürftige in der Ukraine weitergeleitet. (Elmar Schulten)

Auch interessant

Kommentare