Stadt Bad Arolsen setzt auf LED-Technik

Beim Sparkurs gehen Lichter nicht aus

Bad Arolsen - In Bad Arolsen brennen die Laternen die ganze Nacht durch, und dennoch kann dabei richtig Geld gespart werden. Die in den kommenden Wochen installierten LED-Leuchtköpfe machen dies möglich.

Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Bad Arolsen und den Stadtteilen wird in diesem Jahr abgeschlossen, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst und der Geschäftsführer der Bad Arolser Kommunalbetriebe, Dr. Gerhard Wüllner, vor zahlreichen Paketen mit noch verpackten LED-Lampenköpfen gestern berichteten. Insgesamt habe die Stadt Bad Arolsen seit 2012 etwa 2230 Leuchten umgerüstet, um Energie und auch Wartungskosten sparen zu können. Insgesamt werden für die Modernisierung immerhin 640 000 Euro investiert. Die Belastung der Bad Arolser Kommunalbetriebe verringert sich durch einen Zuschuss von 25 Prozent durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Diese Mittel wurden im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutztechnologien bei der Stromnutzung“ bewilligt. Durch den Einsatz von LED-Leuchten wird die Stadt von den 600 000 Kilowattstunden Strom für die Beleuchtung ihrer Straßen demnächst über die Hälfte sparen. Stadtrat Dietmar Danapel als Leiter der mit der Neuausrichtung befassten Kommission bezifferte die eingesparten Kosten mit etwa 60 000 Euro im Jahr. „Wir haben einen günstigen Zeitpunkt genutzt mit niedrigeren Preisen und verbesserter Technik“, stellt der Rathauschef fest. Für die LED-Leuchten werde eine Garantie von 60 000 Stunden Brenndauer gegeben, was einem Zeitraum von 25 Jahren entspreche. Neben einer längeren Brenndauer wird auch ein geringerer Wartungsaufwand zugrundegelegt. Dabei werden alle LED-Lampen nachts auch zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr leuchten, dann allerdings mit verminderter Leistung. Dies sei eine Auflage für den Zuschuss des Bundes gewesen. Danapel verwies auf die Ostpreußenstraße und die Bathildisstraße als Beispiele für mehr Sicherheit von Passanten, die die Fahrbahn überqueren wollten. „Über eine Distanz von 200 bis 300 Meter hinweg kann man etwas sehen“, erklärte der Stadtrat. Neben dem Sicherheits- und dem finanziellen Aspekt wirke sich die neue Beleuchtung auch im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes der Stadt positiv aus. Auch die im Naturkreislauf wichtigen Insekten werden künftig geschont. Vom Laternenlicht angelockte, in Schwärmen um die Lampe schwirrende und in der Hitze des Leuchtmittels verbrannte Insekten, deren Überreste noch dazu von den Laternen gekratzt werden müssen, dürften ein Bild aus der Vergangenheit sein. Mit ausschlaggebend für den Austausch der Lampen gegen umweltfreundliche und energiesparende Leuchtmittel war auch die Tatsache, dass es ab dem kommenden Jahr keinen Ersatz mehr für die Quecksilber-Dampfleuchten geben wird. Dieses Kapitel wird mit dem Montieren der neuen LED-Leuchten bis Ende November beendet sein. Schon 2012 und 2013 wurden in Arolsen und den Ortsteilen etwa 1250 veraltete Pilzleuchten in Wohnstraßen gegen LED-Lampen ausgewechselt. Der Austausch hat Diskussionsstoff geliefert. Die Anwohner müssen sich daran gewöhnen, dass Lampen einen scharf abgegrenzten Lichtkegel produzieren, durch den der Eindruck entsteht, zwischen den Laternen sei es dunkler. Die Lichtmenge ist aber größer als vorher. Völlig auf LED setzen wird die Stadt zunächst aber nicht. So werden – ebenfalls noch in diesem Jahr – die noch fehlenden Hauptkreuzungspunkte im Stadtgebiet mit neuen Natriumdampfhochdruckleuchten ausgestattet, die auch Energie sparen und von den höheren Masten den Straßenbereich besser ausleuchten. Zudem werden in der Bahnhofstraße, im Gewerbegebiet Mengeringhäuser Feld sowie an den Ortsdurchfahrten von Braunsen, Massenhausen, Schmillinghausen, Landau, Neu-Berich, Kohlgrund, Volkhardinghausen und Wetterburg sogenannte LED-Kofferleuchten installiert. Diese Umrüstung hat die sich um Energieeffizienz und Klimaschutz bemühende Kommission unter Leitung von Stadtrat Danapel durch ein Grundkonzept maßgeblich gesteuert. Bereits Ende 2011 habe das elfköpfige Gremium aus Stadtverordneten und sachkundigen Bürgern die Zusammenarbeit mit der Bad Arolser Kommunalbetriebe GmbH aufgenommen und ein differenziertes, ständig fortentwickeltes Konzept für die Großgemeinde entwickelt. „Es reicht nicht aus, wenn die Verwaltung allein daran arbeitet“, sagte Danapel. (ah)

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