Belgischer Platz tabu

Illegale Fahrübungen aus Bad Arolsen verlagern

Spuren illegaler nächtlicher Autofahrten auf dem Belgischen Platz in Bad Arolsen. Dem Driften wollen Stadt und Polizei Einhalt gebieten, indem sie es zu bestimmten Zeiten im nichtöffentlichen Raum auf dem Verkehrsübungsplatz in der ehemaligen Kaserne bei Mengeringhausen zulassen. Die Fahrzeuge im Hintergrund sind nicht beteiligt.
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Spuren illegaler nächtlicher Autofahrten auf dem Belgischen Platz in Bad Arolsen. Dem Driften wollen Stadt und Polizei Einhalt gebieten, indem sie es zu bestimmten Zeiten im nichtöffentlichen Raum auf dem Verkehrsübungsplatz in der ehemaligen Kaserne bei Mengeringhausen zulassen. Die Fahrzeuge im Hintergrund sind nicht beteiligt.

Das illegale Treiben von jungen Autofahrern auf dem Belgischen Platz soll durch ein legales Angebot in der ehemaligen Kaserne in Mengeringhausen beendet werden. Driften heißt der nächtliche Zeitvertreib.

Bad Arolsen – Nach drei Versuchsläufen unter der Regie von Polizei, Verkehrspolizeibehörde und städtischem Ordnungsamt wird am Freitag ab 18 Uhr wieder das Driften auf einem Teil des Verkehrsübungsplatzes möglich sein: Die Fläche ist nicht öffentlich, der Zugang reglementiert, die Teilnehmer müssen sich ausweisen und anmelden.

Bürgermeister Jürgen van der Horst teilte gestern mit, dass die Stadt gemeinsam mit der Polizei einen Versuch starte, das illegale Treiben auf dem Belgischen Platz zu beenden.

Alle bisherigen Versuche durch Begrenzung der Flächen, indem Busse dort abgestellt werden, scheiterten. Kontrollen brächten nur begrenzt etwas. Der Ärger sei seit Jahren groß.

Die Polizei und die Stadt sähen sich der Kritik ausgesetzt, nicht genug gegen die Lärmbelästigung und die riskanten Fahrten zu unternehmen. Die WLZ berichtete bereits über Unfälle, so wurde des nachts ein Unterstand für Einkaufswagen durch einen Autofahrer umgefahren.

„Junge Menschen dürfen sich dort treffen, solche Drift-Einlagen sind aber nicht erlaubt“, betont der Rathauschef. Um die Situation zu entschärfen, die Gefahren zu minimieren und die Anwohner zu entlasten, sei der Platz in der ehemaligen Kaserne ausgewählt worden.

Dort darf nun freitags oder samstags bis in die Dämmerung gedriftet werden. Die Straßenverkehrsordnung sei dafür ausgesetzt.

Das heißt, die jungen Männer und Frauen starten mit ihrem Wagen auf dem ehemaligen Parkplatz, um mit etwa 20 Kilometern pro Stunde und quietschenden Reifen Kreise auf dem Asphalt zu ziehen und entsprechenden Gummiabrieb zu hinterlassen.

Das dürfen die jungen Leute dort nun offiziell, aber in einem engen Rahmen: Keine weiteren Zuschauer, keine aufgemotzten, sondern nur für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassene Fahrzeuge und natürlich angegurtet.

Alle Teilnehmer müssen angemeldet sein, eine speziell beschichte Übungsfläche der Verkehrswacht darf nicht benutzt werden. Die Verkehrswächter sind an der Planung beteiligt, die Zeiten aufeinander abgestimmt.

Mit Verboten allein sei des Problems auf dem Belgischen Platz nicht mehr beizukommen. Auch wenn es einen „Kontrolldruck“ gebe, das reiche nicht aus.

Van der Horst sieht freilich die Konflikte, die solche Erlaubnisse auslösen können. Kritik von Mengeringhäuser Bürgern, sie würden durch den Lärm von dem ehemaligen Parkplatz belästigt, bezeichnet er jedoch als überzogen.

Der Verkehrsübungsplatz sei weit genug von der Wohnbebauung entfernt. Der Lärm sei zu Bundeswehrzeiten wohl größer gewesen.

Das Driften dürfte inzwischen als Teil von motorsportlichen Aktivitäten bezeichnet werden. Sollten die gleichen Fahrer auf dem Belgischen Platz nächtens erwischt werden, dann werde das Privileg entzogen.

Für die Treffen der Drifter seien Begleitpersonen bestellt, das sei auch mal der Bürgermeister, sagt van der Horst. Zu- und Abfahrt würden geregelt, die Straßenfläche müsse anschließend werden.

„Es ist noch eine Erprobungsphase“, sagt der Rathauschef. Unterdessen werde auch nach Möglichkeiten gesucht, den Aktivitäten einen vereinsmäßigen und versicherungsrechtlich abgesicherten Rahmen zu verleihen. (Von Armin Haß)

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