Bad Arolsen

Berufsbildungswerk beklagt Anmeldepolitik der Arbeitsagenturen

- Bad Arolsen (-es-). Der hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jürgen Banzer, stattete dem Berufsbildungswerk (BBW) auf Einladung von Bathildisheim-Vorstand und BBW-Leiter Klaus Winger einen Besuch ab. Hauptthema im Arbeitsgespräch mit dem Minister, Führungskräften des BBW und dem Leiter der Staatlichen Berufsschule im BBW waren Fragen der Zukunftsentwicklung des BBW und die zunehmend restriktive Anmeldepolitik der Arbeitsagenturen Korbach und Kassel von jungen Menschen mit Behinderungen ins BBW.

Beide Agenturen, insbeson-dere die Kasseler, sind aufgrund von zentralen Steuerungsvorgaben der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit gezwungen, die Anmeldungen ins BBW stark zu reduzieren. Nach Meinung des BBW werde dadurch nicht wenigen Jugendlichen ihr Rechtsanspruch auf berufliche Rehabilitation beschnitten. Dies sei auch wirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll, weil das BBW gerade von den Arbeitsagenturen für seine überdurchschnittlich hohe Quote der Integration junger Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt gelobt würde. Minister Banzer, der fachlich vorbereitet in das Gespräch kam, betonte, dass er die Kritik des BBW gut nachvollziehen könne, und sagte zu, dieses Thema im nächsten Spitzengespräch zwischen Ministerium und Regionaldirektion im Sinne des BBW zu besprechen. Das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, das Banzer leitet, ist nicht nur zuständig für die Beruf- liche Rehabilitation und die Arbeitsmarktpolitik in Hessen, sondern ist auch Träger der Staatlichen Berufsschule im BBW Nordhessen. Im zweiten Teil des Besuches besichtigte der Minister die Ausbildungsbereiche Technisches Zeichnen und Metall-technik. In diesen Bereichen erzielt das BBW mit nahezu 100 Prozent seine besten Integrationserfolge. Minister Banzer zeigte sich bei der Präsentation von computergestütztem Technischen Zeichnen (CAD) und computergestützt gesteuerten Metallbearbeitungsmaschinen erstaunt darüber, dass die Auszubildenden im BBW, zumeist Absolventen von Lern-hilfe-Förderschulen, den Umgang mit diesen Technologien erlernen können. Die BBW-Fachleute erläuterten, dass das Erfolgsrezept für diese erfolgreiche Ausbildung der lern-, psychisch und körperlich behinderten Jugendlichen die Kombination von Ausbildung an modernster Technik auf der einen und durch rehapädagogisch qualifizierte Ausbilder, Sozialtrainer, Erzieher und Psychologen auf der anderen Seite sei. Banzer zeigte sich erfreut darüber, dass die teilweise durch sein Ministerium geförderten Maschinen so erfolgreich eingesetzt werden.

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