Ausstellungseröffnung im Residenzschloss Bad Arolsen

Bettelnder Bär und sausende Buchstaben

Bad Arolsen - Skulpturen von vier international tätigen Künstlern treten im Museum Bad Arolsen in einen Dialog. Die Plastiken und grafischen Arbeiten werden noch bis zum 18. November gezeigt.

Bereits auf dem Schlosshof werden die Besucher von gesellschaftskritischen Skulpturen empfangen: ein Dachs, der in der Mülltonne wühlt, ein Igel mit seinen wenigen Habseligkeiten und ein kauernder Bär, aus dessen Lumpenumhang schüchtern ein Junges herauslugt. Während die glattpolierten Granitgebilde des Japaners Masayuki Koorida in der „Grafft“ vor allem dem Auge schmeicheln, fordern die anrührenden Bronzefiguren der walisischen Künstlerin Laura Ford in erster Linie das Mitgefühl des Betrachters heraus. Zwei weitere Positionen zeitgenössischer Plastik sind im Innern des Schlosses zu finden. Der Engländer David Nash hat den Werkstoff Holz in extensiver Form bearbeitet, dessen Oberflächenstruktur stark verändert und zum Teil zerstört. An den Skulpturen des Spaniers Jaume Plensa springen dagegen zuerst die allgegenwärtigen Buchstaben ins Auge, aus denen menschliche Körper nachgeformt sind oder diese überziehen. Man vereine in der Ausstellung „vier tiefgründige und reflexive Formen der zeitgenössischen Plastik des 21. Jahrhunderts“, erklärte Dr. Christof Trepesch, Direktor der Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg, bei der Eröffnung im Steinernen Saal. Leicht zu übersehen sind die grafischen Arbeiten, die Laura Ford und Jaume Plensa ihren Arbeiten zur Seite gestellt haben. Sehenswert sind diese dennoch, zumal sie die gezeigten Plastiken „kommentieren und ergänzen“, wie Trepesch ausführte.Die Ausstellung wird in Kooperation von Museum und Museumsverein Bad Arolsen mit der Galerie Scheffel, Bad Homburg v. d. Höhe, gezeigt. Für die gelungene Umsetzung dankte Bürgermeister Jürgen van der Horst insbesondere den Aktiven des Museumsvereins, die die Durchführung durch ihren ehrenamtlichen Einsatz mit ermöglichen. Der Stadt sei sehr daran gelegen, die Kulturlandschaft in Bad Arolsen auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten, betonte van der Horst.

Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags von 14.30 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Infos im Internet www.museum-bad-arolsen.de

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