Zugbegleiter wurde von 23-jährigem Bahnreisenden getreten und bespuckt

Bewährungsstrafe für ekligen Spucker

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten wegen zweifacher Körperverletzung und Beleidigung verurteilte das Amtsgericht Korbach einen 23-jähri-gen Angeklagten, der einen Zugebegleiter getreten und bespuckt hat.

Im August 2011 hatte der Angeklagte mit einem Freund auf dem Mengeringhäuser Bahnhof einen Zug bestiegen. Als ein Zugbegleiter die Fahrausweise verlangte, beschimpfte und beleidigte der Angeklagte den Bahnbeamten, trat ihm gegen das Schienbein und spuckte ihm vor allem ins Gesicht und auf die Uniform, so die Anklageschrift.

Der mehrfach wegen Diebstahls und Körperverletzung vorbestrafte Angeklagte gab die Taten zu. Er sei allerdings „extrem besoffen“ gewesen und habe Rot gesehen, außerdem habe er Drogen konsumiert gehabt. Er habe aber nicht gespuckt, sondern sein Freund. Auf Befragen des Staatsanwaltes konnte sich der junge Mann trotz seiner angeblichen Trunkenheit noch an viele Details erinnern.

Der Zugbegleiter sagte aus, der Angeklagte habe ihn nur leicht getreten und geschubst. Widerlich sei aber die Spuckerei gewesen, ihm sei regelrecht schlecht geworden. Er sei darum für neun Tage arbeitsunfähig gewesen.

Der Ekel über die Spuckerei sei auch der Hauptgrund für die Anzeige. „Wenn ich mein Amt ausführe, dann haben Sie ein bisschen Respekt zu haben!“, fasste der Bahnbedienstete seinen Frust zusammen.

Der Angeklagte gab an, er werde demnächst eine Drogentherapie beginnen, allein komme er von seiner Sucht nicht mehr los. Ihm komme es auch darauf an, seine vierjährigen Zwillinge wieder sehen zu können. Ein Besuch bei seinen Kindern sei ihm zurzeit vom Jugendamt untersagt worden.

In seinem Plädoyer gestand der Staatsanwalt dem Ange-klagten zu, er habe unter Drogen und Alkohol gehandelt, trotzdem sei er schuldfähig, da er nur enthemmt war. Eine Geldstrafe und Arbeitsauflagen reichten nicht mehr aus. Allein für das Bespucken des Bahnbediensteten forderte er eine Freiheitsstrafe von vier Monaten.

Amtsrichter Kalhöfer-Köchling fasste die Strafanträge für die einzelnen Taten zu einer Gesamtstrafe von fünf Mona-ten zusammen. Eine Bewährungsfrist von drei Jahren sei zu befürworten, damit der Angeklagte eine Therapie durchführen könne. Sein Bewährungshelfer müsse ihn weiter betreuen.

Als spürbare Buße muss der Hartz-IV-Empfänger 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. (mam)

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