BAD AROLSEN

Bilder vom Tor zur Hölle

- Bad Arolsen (its). In Kooperation mit dem Freundeskreis von Yad Vashem Jerusalem in Deutschland präsentiert der Internationale Suchdienst ab 3. September die Ausstellung „Der Soldat Tolkatchev – An den Toren zur Hölle“.

Die von der Gedenkstätte Yad Vashem konzipierte Ausstellung zeigt Reproduktionen von Zeichnungen und Illustrationen des russisch-jüdischen Soldaten und Künstlers Zinovii Tolkatchev. Unmittelbar nach der Befreiung der Konzentrationslager Majdanek und Auschwitz hielt der damals 41-jährige Kunstprofessor in emotionalen Momentaufnahmen fest, was er in den Lagern sah und Überlebende ihm berichteten. „Ich tat, was ich tun musste”, beschrieb Tolkatchev das Motiv für seine künstlerische Arbeit. „Ich konnte mich nicht zurückhalten. Mein Herz befahl es mir, mein Gewissen verlangte es und der Hass auf den Faschismus trieb mich an.” Entstanden sind bedrückende Bilder, die mit einfachsten Mitteln erstellt wurden. Teilweise verwendete Tolkatchev für seine Bleistift-Zeichnungen das Briefpapier des Lagerkommandanten oder Vordrucke von Firmen, die seinerzeit von der Zwangsarbeit der Häftlinge profitierten. Trotz oder gerade wegen ihrer Einfachheit rufen die Werke des jüdischen Künstlers starke Emotionen hervor. „Die Exponate bieten einen schonungslosen Blick auf das Grauen des Holocausts und der NS-Verfolgung. Sie bewegen den Betrachter und fordern zum Nachdenken auf”, sagte ITS-Historikerin Susanne Urban. Die Präsentation von Tolkatchevs Werken soll zugleich der Auftakt für eine Ausstellungsreihe beim ITS sein. „Wir planen etwa zwei oder drei Ausstellungen jährlich, die die Geschichte hinter den Millionen von Listen und Dokumenten im Archiv des ITS erzählen sollen.“ Beim Internationalen Suchdienst, Große Allee 5-9, wird sie vom 3. September bis 19. Oktober zu besichtigen sein. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare