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Blick zurück auf 30 Jahre Domanialverwaltung: Der beste Job im Waldecker Land

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Vier Männer stehen im Treppenhaus des Arolser Residenzschlosses.
Vier Generationen von Direktoren der Waldeckischen Domanialverwaltung: Vorn von links die ehemaligen Direktoren: Dr. Günter Steiner, Werner Friedrich, und Rolf Kaufmann. Dahinter der neue Verwaltungsdirektor Hendrik Block. © Dr. Hartmut Wecker

Nach mehr als 30 Jahren in Diensten der Waldeckischen Domanialverwaltung wechselte der amtierende Direktor Dr. Günter Steiner zum 1. April in den Ruhestand.

Bad Arolsen – Er gehe mit gemischten Gefühlen, so Steiner. Einerseits freue er sich auf mehr Freiheit und Ungebundenheit. Viele Verpflichtungen könne er nun ruhen lassen und die Zeitung jeden Morgen mit mehr Gelassenheit und Distanz lesen.

Andererseits habe er „den besten Job im Waldeckerland“ in all den Jahren immer sehr gerne ausgeübt und der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen der Domanialverwaltung sei stets freundschaftlich und konstruktiv gewesen.

Ursprünglich Lehramt angepeilt

Steiners Weg zur Domanialverwaltung war keineswegs von Anfang an vorgezeichnet und lag nach seiner eigenen Aussage nicht unbedingt in seiner Lebensplanung.

In Braunsen geboren und aufgewachsen besuchte er nach der Grundschule in seinem Heimatort die Christian Rauch Schule in Arolsen, wo er 1976 das Abitur ablegte. Nach dem Grundwehrdienst bei der Bundeswehr studierte er in Gießen Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften und Geografie mit dem Ziel Lehramt.

Promotion über Waldecks Weg ins Dritte Reich

1985/86 war er fast eineinhalb Jahre als Referendar an seinem ehemaligen Gymnasium tätig und promovierte daneben mit einer Arbeit über „Waldecks Weg ins Dritte Reich“ zum Doktor der Sozialwissenschaften. Da die Aussichten auf eine Anstellung als Lehrer in dieser Zeit eher gering waren, orientierte Steiner sich neu. 1988 fand er eine Anstellung als Personalreferent bei der B. Braun AG in Melsungen. Die Ausschreibung der stellvertretenden Direktorenstelle bei der Domanialverwaltung lenkte Steiners Blick drei Jahre später wieder auf die Heimat.

Seine Kernaufgabe lag in der Finanzverwaltung. Über viele Jahre hinweg waren Direktor Rolf Kaufmann und Dr. Günter Steiner die Garanten für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Sondervermögens „Domanium“, dessen Erträge den ehemaligen waldeckischen Gemeinden zugute kommen und zum Teil erhebliche Posten in deren Haushalten ausmachen.

Ausgleichendes Wesen allseits geschätzt

Nach dem Ausscheiden von Kaufmann wurde Steiner mit Wirkung zum 1. Januar 2019 zum Direktor der Domanialverwaltung berufen. Sein Stellvertreter wurde Hendrik Block, der von der Österreichische Bundesforste AG zurück in seine alte Heimat Waldeck wechselte.

Steiner hat sich auch vielfältig ehrenamtlich engagiert und war auch über viele Jahre hinweg Ortsvorsteher in seinem Heimatort Braunsen. Kommunalpolitiker schätzten über die Parteigrenzen hinweg an Steiner sein ausgleichendes Wesen und seine Fähigkeit zum Kompromiss. „Für ihn stand immer die Sache im Mittelpunkt und nicht der persönliche Erfolg“, beschreibt ihn einer seiner kommunalpolitischen Mitstreiter.

Spuren hinterlassen und Maßstäbe gesetzt

Im Ruhestand will sich Steiner nun um seine Hobbys wie Fotografie und Reisen kümmern und mehr mit seinen drei erwachsenen Söhnen unternehmen, sofern deren Zeit es zulässt. Steiner war verheiratet, seine Frau ist im vergangenen Jahr gestorben.

„Günter Steiner hat Spuren hinterlassen und er hat Maßstäbe gesetzt, was den gegenseitigen Umgang miteinander und die Kommunikation untereinander anbelangt“, sagte Steiners Nachfolger Hendrik Block.  red

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