Bad Arolsen

Bombenattrappe löst Großeinsatz aus

- Bad Arolsen (-ah-). Bombenalarm in Bad Arolsen: Ein mysteriöser Koffer auf dem Kirchplatz vor der Sparkasse hält die Polizei in Atem. Ein Spezialist des Landeskriminalamtes knackt den schwarzen Hartschalenkoffer. Gefunden wird eine Bombenattrappe.

Es gibt einen lauten Schlag, und rotbrauner Staub wird aufgewirbelt: Durch gezielten Beschuss wird am Samstag um 12.30 Uhr der mysteriöse Koffer vor der Sparkasse Bad Arolsen aufgesprengt. Gefunden wird die Attrappe.

Erleichterung bei der Polizei, den Spezialisten des Landeskriminalamtes und bei den Schaulustigen ringsum. Wegen eines Bombenverdachts hatte die Polizei den Bad Arolser Kirchplatz am Samstag von 9.15 bis 12.50 Uhr im nördlichen Bereich gesperrt. Experten des Landeskriminalamtes flogen per Hubschrauber aus Wiesbaden nach Arolsen, um den herrrenlosen Koffer vor der Sparkasse am Kirchplatz zu inspizieren und gegebenfalls einen Sprengsatz unschädlich zu machen. Ein Zettel an dem Koffer, über dessen Inhalt sich die Polizei bislang aus ermittlungstaktischen Gründen ausschweigt, ließ sich als Bombendrohung deuten. Möglicherweise war die Sparkasse Ziel des mutmaßlichen Täters. Hinweise auf den Übeltäter fanden sich bislang nicht.

Zeugen haben den schwarzen Hartschalenkoffer bereits um 7.30 Uhr gesehen. Eine Meldung ging bei der Polizei gegen 8.30 Uhr ein, die sofort das Gebiet weiträumig durch Trassierband und Polizeiposten abriegelte. Sicherheitshalber, denn bislang war nicht herauszubekommen, wem der Koffer gehört und was sich darin befindet. Trotz der Abriegelung hatten Passanten versucht, den Kirchplatz zu betreten. Sie nahmen die Warnung offensichtlich nicht ernst.

Der Wochenmarkt lief wie sonst auch, freilich fanden sich immer mehr Schaulustige ein. Die waren durch das Polizeiaufgebot, die Sperrschilder und Trassierbänder auf den mysteriösen Fund aufmerksam geworden. Eine seltsame Szenerie: Auf der einen Seite des Platzes verkauften Händler Gemüse, Kartoffeln, Eier und anderes mehr und es musiziert ein Leierkastenmann. Auf der anderen Seite hingegen war alles wie leerfegt, rot-weißes Trassierband flatterte im Wind. Einige wenige Privat-Pkw und ein Polizeifahrzeug standen auf der gesperrten nördlichen Fahrbahn des Kirchplatzes.

Nach Eintreffen des Sachverständigen für Sprengtechnik und Entschärfers wurde der Sicherheitsbereich vergrößert. Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen im Einsatz und ein Rettungswagen der Johanniter sicherheitshalber abgestellt worden. Der Spezialist näherte sich dem Koffer in einem schwarzen Schutzanzug mit Helm und umgürtete das vermeintlich brisante Fundstück mit eigens herbeigeholten Sandsäcken. Wenige Minuten verstrichen, bis der LKA-Fachmann endlich den Koffer knackte - und außer einem lauten Knall nichts weiter zu vermelden war. Der Entschärfer hat das Objekt mit einem Wassergewehr gezielt aufgeschossen. Zuvor war das Schießgerät vor dem Koffer platziert und aus sicherer Entfernung via Elektrokabel ausgelöst worden.

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