Ali Hussein aus Aleppo fasst Fuß in Deutschland

Brandschützer aus Syrien findet neue Gemeinschaft bei Arolser Feuerwehr 

Von Null wieder angefangen: Der syrische Berufsfeuerwehrmann Ali Hussein hat den Grundlehrgang bei der Stützpunktfeuerwehr Bad Arolsen absolviert. links Wehrführer Gordon Kalhöfer. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen. Seinen ersten  Einsatz mit der Bad Arolser Stützpunktfeuerwehr hatte Ali Hussein bei dem Sturm Friederike. Er hatte in seiner Heimatstadt Aleppo schon  etliche Berufsjahre bei der Feuerwehr hinter sich, als der Krieg ausbrach und seine Familie aus dem Land flüchtete.

Über Umwege gelangten Ali Hussein und seine Frau 2016 nach Bad Arolsen. Sie leben nach Monaten in Erstaufnahmelager und der vom Kreis angemieteten Wohnung an der Wetterburger Straße nun in einer „eigenen“ kleinen Wohnung bei der Baugenossenschaft.

Wie kam er nach Bad Arolsen?

Der 38-Jährige fand schnell Anschluss an die Kameraden der Arolser Wehr und bestand den für die tägliche Unterhaltung qualifizierenden B 1-Deutschkurs in Bad Arolsen innerhalb von sechs Monaten, drei Monate früher, als dafür vorgesehen ist. Dabei kam ihm wohl zugute, dass er über seine Muttersprache Kurdisch mit dem lateinischen Alphabet vertraut ist.

In Korbach will er den Hauptschulabschluss nachholen, um eine Chance auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bekommen. Im März beginnt er beim Waldeckschen Diakonissenhaus ein Praktikum als Altenpfleger.

Wo hat er Deutsch gelernt?

Mit seinen immer besser gewordenen Sprachkenntnissen ließ er sich im vergangenen Spätsommer in einem Monat Grundlehrgang zum Feuerwehrmann ausbilden. „Wir haben ihn ins kalte Wasser geworfen“, schildert Wehrführer Gordon Kalhöfer. Aber er bescheinigt dem syrischen Kameraden neben handwerklichen Geschick auch sprachliches Talent. Zwar bekam er einen Dolmetscher für die theoretische Prüfung, doch benötigt wurde er nicht.

Zwar hat Ali Hussein von 2000 bis 2002 in seinem Heimatland eine Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann durchlaufen und anschließend bis 2014 in Aleppo als Feuerwehrmann gearbeitet. Ausbildung und Ausrüstung sind in Syrien aber ganz anders. Dort hatten die Brandschützer es viel mit Waldbränden zu tun. Dann kamen der Krieg und die Zerstörung der syrischen Städte. Die Familie floh in verschiedene Länder.

Wie leben sie in Bad Arolsen?

In Arolsen beginnen Hussein und seine Frau, die ebenfalls einen Deutschkurs besucht, Fuß zu fassen, Deutsche kennen zu lernen.

Mit den neuen Wohnungsnachbarn verstehe man sich, sagt der Syrer. Bei der Feuerwehr in Bad Arolsen hat Hussein Kameraden gefunden. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur Integration“, bekräftigt Kalhöfer.  

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