Die etwas anderen Heiligen Drei Könige

Das Braunser Cowgirl unterm Stern von Bethlehem 

Braunser Drei Könige
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Die Braunser Heiligen Drei Könige.

Bad Arolsen-Braunsen – So rückt das kleine Twiste-Dorf in den Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte: Die Heiligen Drei Könige reiten von Bilstein über Braunsen gen Bethlehem. Das symbolisieren die zweidimensionalen Figuren, die da quer durch die Wiese gen Osten unterwegs sind.

 Norbert Surrey, erfinderischer Besitzer der Bilsteinmühle, kam auf die Idee, den Sinn der Weihnachtsbotschaft auf diese Weise zu verdeutlichen. „Rentierschlitten sind für Kinder bestimmt ganz schön, mit dem Christfest haben sie aber wenig zu tun“, sagt Surrey.

Vier Könige geplant

So schuf er aus großen Siebdruckbrettern die Figuren der drei Könige beziehungsweise der drei Weisen aus dem Morgenland, die über viele, viele Kilometer mit Gold, Weihrauch und Myrrhe zu jenem Orte ziehen, in dem der Überlieferung nach der neue König, der von der Jungfrau Maria geborene Sohn Gottes, in Windeln liegt.

Norbert Surrey vor seinen Weisen aus dem Morgenland mit Hund Cash. Foto: Armin Haß

Zunächst hat Surrey sogar vier Könige als Repräsentanten der damals nur bekannten vier Erdteile (ohne Amerika) anfertigen wollen, doch erstmal bleibt es bei den Dreien. Auch die in diesen Tagen erst fertiggestellte dritte Figur will nicht so recht in das Schema der Überlieferung passen: Es ist eine Königin!

Darum eine Reiterin

Die Bedeutung des Weiblichen in der Geschichte und der Kirche möchte Surrey auf diese Weise anbringen. Frauen als Leitfiguren – außer der Jungfrau Maria oder viel später der mächtigen Militärführerin Jeanne d’Arc könnte es doch auch eine Frau gewesen sein, die seinerzeit mit in die Geburtsstadt Jesu ritt.

Für die Frau in dem illustren Trio unterm Stern von Bethlehem hat sich Surrey an einem Cowgirl orientiert – mit langem Haar, langen Hosen und Stiefeln. Als gelernter früherer Rodeo-Reiter spricht der Braunser mit Respekt von den starken Frauen auf den Rücken der unbändigen Pferde. Ähnlich ausdauernd und stark müssen die berittenen Besucher der Heiligen Familie gewesen sein.

Vorlage auf Siloplane gezeichnet

Zeichnungen der Figuren hat Surrey mithilfe eines Episkops an die Wand geworfen und die Umrisse mit einem Stift auf eine stabile Siloplane gezeichnet. Diese Silhouette hat er ausgeschnitten, auf die Holzplatte fein säuberlich übertragen und dann mit der Stichsäge ausgesägt.

Norbert Surrey stellt die Königin in Gestalt eines Cowgirls für seine Gruppe der "Heiligen Drei Könige" an der Bilsteinmühle auf. Foto: Armin Haß

Gewisse Erfahrungen mit solchen Arbeiten bringt Norbert Surrey aus der Studentenzeit in Paderborn mit. Dort hat er filigrane Holzbilder mit der Laubsäge geschaffen und diese dann über einen Handarbeitsladen verkauft. Nun arbeitet er etliche Nummern größer. 

Braunser schmiedet Stern

Mithilfe des Nachbarn und Landwirts Erich Schäfer hat er die Siloplane bekommen, die Figuren am Lauf der Twiste aufstellen und die Stützpfähle in den Boden rammen lassen können. Zudem konnte mit dem Teleskoplader der Stern von Bethlehem in einem Baum auf knapp sieben Meter Höhe befestigt werden.

Das Modell des von Astronomen als Halleyscher Komet identifizierten Sterns wurde von dem Braunser Gerd Becker geschweißt und mit einem Lichtschlauch umsäumt.

Pläne für Nach-Weihnachtszeit

Nach Weihnachten werde er die Figuren wohl in umgedrehter Richtung reiten lassen, schmunzelt Surrey. Und im nächsten Jahr würde er die Weisen vielleicht etwas näher an der Straße aufstellen, damit sie besser zu erkennen sind. An Ideen fehlt es dem Braunser nicht, und seine Mitbürger freuen sich auch über die neueste Schöpfung.

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