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Brückenprüfer an Helser Umgehung im Einsatz

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Von: Armin Haß

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Manchmal ist es eng und dunkel: Brückenprüfer Christoph Preising von Hessen Mobil zeigt den CRS-Praktikanten Dana Nebel und Henrik Heinemann an der Helser Bicke-Brücke der B 252, wie solche Bauwerke geprüft werden.
Manchmal ist es eng und dunkel: Brückenprüfer Christoph Preising von Hessen Mobil zeigt den CRS-Praktikanten Dana Nebel und Henrik Heinemann an der Helser Bicke-Brücke der B 252, wie solche Bauwerke geprüft werden. © Armin Haß

Brückenprüfer stehen aktuell ebenso im Blickpunkt wie Brückenbauer. Wie das geht, zeigte Bauingenieur Christoph Preising Praktikanten der Christian-Rauch-Schule an der Bicke-Brücke der Umgehungsstraße Helsen.

Bad Arolsen-Helsen – Für Dana Nebel (Schmillinghausen) und Henrik Heinemann (Bad Arolsen) aus der zwölften Klasse der CRS, die beide ein zweiwöchiges Praktikum bei Hessen Mobil ist das vor gut 20 Jahren errichtete Bauwerk über der Bicke.

Schäden schnell erkennen

Helle Flecken im Betongewölbe unter der Fahrbahn der stark befahrenen Nord-Süd-Achse zeigen, dass immer wieder Ausbesserungen vorgenommen werden mussten. Die waren nach den Worten des Brückenprüfers Preising beispielsweise nach Unfällen notwendig.

Durch Anpralle entstehende Hohlstellen seien sehr gefährlich und müssten nach sorgfältiger Untersuchung mit endoskopischen Geräten schnell behoben werden. Das gelte auch nach Hochwasser, wenn Bauwerke unterspült würden.

Eigene Abteilung bei Hessen Mobil

Der aus Rhoden stammende Brückenprüfer Christoph Preising (35) war nach dem Studium zum Bauingenieur zunächst im Brückenbau tätig und durfte nach entsprechender Berufserfahrung die Ausbildung zum Prüfer von Brücken beginnen. Heute gehört er mit zwölf weiteren Kollegen bei Hessen Mobil im Bereich Nordhessen zum Team der Brückenprüfer. „Wir wollen diese Tätigkeit möglichst bei Hessen Mobil selbst erledigen und nicht an Firmen vergeben“, stellt Preising fest.

Dazu gehören in dieser Region die Brücken der Umgehungsstraßen ebenso wie etwa die imposante A 44-Brücke über dem Twistetal bei Welda. Mit Steigern, durch Schächte oder mithilfe von Spezialfahrzeugen, die an den Bauwerken installiert werden, lassen sich sogenannte „handnahe“ Prüfungen in vorgeschrieben Intervallen vornehmen. Schwindelfreiheit ist schon erforderlich.

Sicherheit steht obenan

Die Sicherheit habe hohen Stellenwert, die Investitionen in Erneuerung und Sanierungen von Brücken der 60-er- und 70-er-Jahre erreichten Rekordniveau.

Insbesondere der steigende Schwerverkehrsanteil mit immer größeren Lastern nagen an den Brücken, Lkw-Räder üben eine stärker schädigende Wirkung aus als die von Personenwagen. Neue Baustoffe werden inzwischen verwendet, der vor 60 Jahren verwendete Spannstahl hat sich als anfälliger erwiesen. An der Bauweise, also der Herstellung von Spannbetonbrücken, hat sich im Prinzip wenig geändert.

Regelmäßige Kontrollen

Bei enormen Spannweiten, mit denen tiefe Täler ohne viele Pfeiler überbrückt werden sollen, sind regelmäßige Kontrollen Pflicht. Qualitätsprüfungen, die Untersuchung der Betondeckung und die Kontrolle auf Schäden hin gehören zum Pensum der Prüfer.

Mindestens fünf Jahre Erfahrung im Brückenbau und eine zertifizierte Ausbildung nach DIN-Standards sind eine Voraussetzung in den Einstieg in die Reihen der Prüfer. Diese sind zu ständigen Fortbildungen verpflichtet. Sicherheit hat hohen Stellenwert.

Spezielle Aus- und dauernde Fortbildung

Im mittelhessischen Lauterbach Hessen betreibt der 2008 gegründete Verein zur Förderung der Qualitätssicherung und Zertifizierung der Aus- und Fortbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren der Bauwerksprüfung (VFIB) eines seiner Lehrgangszentren. Neben dem Bundesverkehrsministerium gehört auch Hessen mobil zum VFIB.

Die beiden CRS-Praktikanten waren schwer beeindruckt von der Tätigkeit des Brückenprüfers Christoph Preising und durften auch selbst einmal mit elektronischem Gerät oder einem Hammer ausprobieren, wie geprüft wird: „Bauingenieurin zu werden, wäre schon eine Option“, erklärt Dana Nebel auf die Frage des WLZ-Reporters.

Angebote bei Hessen Mobil

Hessen Mobil bietet im Bereich Bad Arolsen aktuell Praktika und Ausbildungsstellen an: Als Fachkraft für Straßen- und Verkehrstechnik, als Verwaltungsangestellte(r) oder als Straßenwärter(in). (Armin Haß )

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