Zwei Generalproben für zwei Besetzungen gaben letzte Sicherheit

Bühne frei für Festspiel Treue um Treue

Szene im Haus des Bürgermeisters: von links Lisbeth (Kirsten Syring), Hildebrand (Klaus Weber), Gertrud (Lea Engelhard), Hans (Luca Deutschländer) und Graf Philipp (Thomas Franke). Foto: Sandra Simshäuser

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Neben dem großen Festzug und dem Grafengericht ist das Festspiel „Treue um Treue“ eine der drei Säulen des Mengeringhäuser Freischießens. Am kommenden Sonntag feiert die 14. Inszenierung des Stückes Premiere.

Die beachtliche Zahl von rund 150 Mitwirkenden ist an dem Stück beteiligt - sowohl vor als auch hinter der Bühne. Nur so war es möglich, jede Rolle doppelt besetzen und in zwei Gruppen spielen zu können. Genau sechs Mitspieler sind zurück in ihre „alte“ Rolle geschlüpft. Alle anderen mussten sich neu in das Festspiel einfinden, erfahrene Laienspieler ebenso wie bisher eher theater-ferne Mengeringhäuser und Neubürger, die von Anfang an beim Freischießen mitwirken wollten.

„Wir waren erstaunt und begeistert, wie viele Neue sich gemeldet haben“, versichern Regisseur Benno Hess und Co-Regisseurin Susanne Wirtz bei der Generalprobe. Dort läuft fast alles wie am Schnürchen: Die Einsätze klappen, der Text sitzt, und die Scheinwerfer leuchten zur rechten Zeit am richtigen Ort die Bühne aus.

Für die 14. Inszenierung haben Hess und Wirtz den Text von Dr. Friedrich Böttcher komplett neu bearbeitet, „ohne ihn zu verfälschen oder den Sprechrhythmus zu beschädigen“, wie Benno Hess versichert. Ferner habe die Regie Wert auf eine „natürliche Spielweise“ der Darsteller gelegt. „Es war eine schöne Probenzeit. Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein“, fasst Susanne Wirtz die Mühen und Erfolge der vergangenen Monate zusammen. Wenn sich am Sonntag der Vorhang lüftet, ist auch für die Regisseure nur noch zurücklehnen und Daumen drücken angesagt.

Das Festspiel beruht auf der Schilderung des Überfalls des Rabe von Canstein auf Mengeringhausen im Jahr 1502. Bei diesem wird die Stadt in Abwesenheit des Grafen von Wal-deck eingenommen und niedergebrannt. Den Bürgermeister und seine Tochter verschleppt man nach dem Canstein und versucht, mit ihnen den Rat der Stadt zur Übergabe Mengeringhausens zu zwingen.

Trotz eines Unwetters erreicht Frau Lisbeth, die Gemahlin des Bürgermeisters, Schloss Lan-dau, um Hilfe beim Grafen zu erbitten.

Noch in derselben Nacht zieht der Waldecker Graf gegen Canstein. Auch die Mengeringhäuser Bürger haben sich entschlossen, dem Rabe nicht nachzugeben, und ziehen ebenfalls zu dessen Burg. Im Kellerverlies trifft der Graf auf den Cansteiner. Der entzieht sich seiner Strafe durch den Freitod.

In Mengeringhausen warten derweil der Pfarrer, der Stadtschreiber Voss sowie etliche Bürgerinnen auf Nachrichten aus Landau und Canstein. Da kehrt Frau Lisbeth heim und berichtet, dass der Graf gen Canstein aufgebrochen ist. Ein Knabe verkündet den Bürgern die Heimkehr des Bürgermeisters und seiner Tochter Gertrud.

Der Graf von Waldeck spricht zu den Mengeringhäusern und vermacht ihnen, als Zeichen seiner Verbundenheit zur Stadt, das Eisenkleid seines Ahnherrn Graf Heinrich dem Eisernen. Der Bürgermeister bittet den Grafen, eine Bruderschaft in Mengeringhausen zu gründen. Frau Lisbeth gibt ihren Segen zur Verbindung Gertruds mit Hans von Twiste. Im Schlussbild schwören die Mengeringhäuser ihrem Grafen „auf ewig Treu’ um Treue!“

Aufführungstermine des Festspiels: am 15. Juni um 19 Uhr, 27./28. Juni um 20 Uhr, 29. Juni um 18 Uhr, 4./11. Juli um 20 Uhr, 6. Juli um 18 Uhr sowie am 19. Juli um 14.30 Uhr. Der Eintritt beträgt sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder bis 14 Jahre. Karten gibt es in der WLZ-Geschäftsstelle in Bad Arolsen sowie bei der Waldecker Bank, der Sparkasse und der Tankstelle Klapp in Mengeringhausen.

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