Ausstellungen zu internationalen Frühlings- und Osterbräuchen 

Nicht nur zur Osterzeit: Bunte Eier in Schmillinghäuser Museum 

Osterkrippen sind in katholischen Kirchen des Alpengebietes noch üblich. Traute Winkler präsentiert Beispiele in ihrem Museum. Fotos: Armin Hass

Schmillinghausen – Die faszinierende Welt jahrhundertealter Bräuche und von religiös inspirierter Volkskunst zwischen Mitteleuropa und dem Don in Russland öffnet sich wieder  im Museum für Frühlings- und Osterbrauch in Schmillinghausen. 

Nach ihrer Zeit im Museum Dinslaken hat Traute Winkler in einer umgebauten Scheune im alten Dorfkern in den vergangenen Jahrzehnten Beispiele von volkstümlicher Handwerkskunst zur Frühlings- und Osterzeit zusammengetragen und kenntnisreich Texte hinzugefügt.

  Bräuche in Europa

Wer mehr zur Tradition der Fasten- und Osterzeit erfahren will, sollte sich für die Zeit  bis einschließlich 22. April Zeit zu einem Besuch nehmen und das Gespräch mit der Museumsleiterin suchen. Gruppen bis 20 Personen können sich vorher bei ihr anmelden.

Eiförmiger Glasschmuck für den Weihnachtsbaum, hergestellt in einer Glasbläserei in Lauscha. Zu sehen im Brauchtumsmuseum in Schmillinghausen.

Eine Gruppe von drei Frauen aus Rhoden, Mengeringhausen und Würzburg wird in der Woche ab dem 9. April jeweils ab 10 Uhr zusammen verschiedenen Beispiele österlicher Handwerkskunst vorführen.

Dafür stehen die Symbole

 In den Kunstwerken spiegelt sich die Frömmigkeit in ländlichen, vorwiegend katholischen und orthodoxen Regionen wider. Die Hoffnung auf den beginnenden Frühling wird deutlich und die Freude auf den Abschied vom harten Winter, in dem Futter fürs Vieh und Lebensmittel für die Menschen langsam zur Neige gingen.

Mit dem Segen des Pfarrers für Eier und Speisen waren die eigenen Wünsche der Menschen nach Gesundheit, Fruchtbarkeit und gute Ernten verbunden. Wer ein gesegnetes Osterei verschenkte, wünschte dem Beschenkten alles Gute. Jedoch gab es auch den Brauch, einem unerwünschten Gast beim Verlassen des Hauses Eierschalen hinterher zu werfen.

Eiförmige Weihnachtskrippe im Museum.

Im Museum wird daran erinnert, nach welch strengen Regeln der Fastenordnung während der Zeit vom Aschermittwoch bis zu Ostern zu leben war. Die Bräuche zum Austreiben böser Geister und des Winters in Form von Feuern oder von Kämpfen werden im Museum ebenso geschildert wie die religiösen Rituale mit Bezug auf Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und - samstag sowie zu Ostern.

Zum großen Fest der Auferstehung und des Erwachens der Natur stehen fraglos die Oster-Eier im Mittelpunkt, die für tief gläubige Menschen von besonderer Bedeutung waren.Nicht nur Osterzeit, auch zu Weihnachten fanden Eier Verwendung, etwa als Christbaumschmuck mit der Heiligen Familie als Motiv. Umgekehrt werden Krippen auch mit der Szene der Auferstehung noch in Kirchen des Alpenraumes aufgestellt.  

Museum Schmillinghausen: Hedwig Prozeller stanzt Eierschalen mit einem ausgedienten Zahnarztbohrer aus.

Traute Winkler möchte das Augenmerk auch auf die Ostereier lenken, die noch in Jahrhunderte alter Tradition in eigener Verziertechnik mit symbolischen Mustern erscheinen. Diese Oster-Eier waren für gläubige Menschen von tief greifender Bedeutung. 

 In unserer Zeit finden wir nur noch wenige Regionen oder Orte, wo das Verzieren von Eiern nach Vorbild der Vorfahren gepflegt wird. „Man muss schon in abgelegene Gegenden gehen“, berichtet die Museumsleiterin. Dennoch, das Oster-Ei bleibt, auch wenn die Motive von den Einzelnen frei und losgelöst von Traditionen gewählt werden. 

Angebote für Kinder

Auf viele Fragen zu dem Themenkreis lassen sich in der Ausstellung Antworten finden. Es gibt vieles zu entdecken. Der Kindergarten in Schmillinghausen nutzte im vorigen Jahr das Angebot. Auch bei Pfarrern in der Region hat Traute Winkler Interesse geweckt.

 Auch außerhalb der Fasten- und Osterzeit ist das Museum zugänglich. Interessierte melden sich unter Telefon 05691/50518. Museum für Frühlings- und Osterbrauch, Schmillinghausen, Holzhäuser Straße 12. 

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten bis 22. April: Dienstag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr, samstags 10 bis 17 Uhr , sonntags und alle Feiertage 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 1,50 Euro, für Kinder 50 Cent. Telefon: 05691/50518  

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