Greifvogel verteidigt Jungtiere · Berichte über Attacke in Helser Gemarkung

Bussard greift einen Jogger an

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Mäusebussard in der Abendsonne über dem Bicketal.

Bad Arolsen-Helsen - Ein Helser Jogger ist am Montagabend von einem Bussard attackiert und durch die Krallen leicht am Kopf verletzt worden.

Der Mann war im Bereich des Schanzenhofes unterwegs, als plötzlich der Greifvogel von hinten auf ihn herabstürzte und kurz vor dem Aufsteigen noch mit den Krallen über den Kopf schrammte. Die Wunde wurde anschließend desinfiziert.

„Wie Schlag mit Brett“

„Das war wie ein Schlag mit dem Brett vor den Hinterkopf“, berichtet der Helser, der noch den heftigen Schreck verarbeiten muss. Seine Ehefrau, die den Mann zu Hause verarztete, war ebenfalls vor ein paar Jahren in der Helser Gemarkung von einem Bussard attackiert worden.

Ähnliche Berichte von Joggern und Radfahrern häufen sich zwischen März und Juli, wenn die Brut und Aufzucht der jungen Bussarde erfolgt und die Alttiere Menschen und andere größere Lebewesen, die sich in Horstnähe schnell bewegen als Angreifer betrachtet und entsprechend attackiert werden.

Davon wusste der Helser. Doch hatte er mit dem Angriff in der Feldgemarkung nicht gerechnet. „Ich kenne die Tricks, wie man sich gegen die Bussarde wappnen kann, doch meide ich vorerst das Gebiet beim Jogging“, berichtet er. Empfohlen wird das Aufsetzen einer Kappe oder das Wedeln mit einem Stock über dem Kopf.

Ähnliche Scheinangriffe wurden in diesem und in den vergangenen Jahren auch am Waldrand in der Nähe des Helser Forsthauses beobachtet. Der Greifvogel rast im Sturzflug und meistens lautlos auf ahnungslose Passanten zu und fliegt dabei Scheinangriffe, mitunter aber fährt er auch die Krallen aus. Bei Verletzungen sollte die Wunde zumindest desinfiziert und der Status der Impfungen gegen Tetanus überprüft werden. Dabei empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Die Gefahr einer Infektion mit Tollwut gilt als fast ausgeschlossen, denn die Temperatur des Vogelblutes liegt so hoch, dass sich die Tollwutviren nicht weiter entwickeln könne. Außerdem gilt die Tollwut bei Säugetiere, die sich am Boden aufhalten, in Deutschland dank der intensiven Immunisierungskampagen bei dem Fuchs als Hauptüberträger als ausgerottet, wohingegen die Infektion von bestimmten Fledermausarten nicht ausgeschlossen wird. (ah)

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