„Creedence Again“ aus den USA liefern mitreißende Show in der Stadthalle

CCR-Fans aus dem Häuschen

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Bad Arolsen-Mengeringhausen - Die alten Recken von „Creedence Clearwater Revival“ hätten es nicht besser machen können: die Coverband „Creedence Again“ hat die Mengeringhäuser Stadthalle gerockt.

An die 300 Zuschauer konnten gar nicht genug von dem gitarrenlastigen US-Rock bekommen. So lange wurden Zugaben gespielt und bat das Publikum lautstark um weitere Songs, sodass sich die Band schließlich mit flehenden Gesten und gespielter Verzweiflung von der Bühne machte. Die Zuhörer hatten zu diesem Zeitpunkt schon zweieinhalb Stunden Konzert hinter sich.

Schon die Vorgruppe übertraf alle Erwartungen, nachdem Mitglieder der Mengeringhäuser „Happy Singers“ Zuhörern geholfen hatten, den Weg zu ihren etwas unorthodox durchnummerierten Plätzen zu finden. Von Andreas Geffarth und Band hatten wohl bisher die wenigsten gehört. Umso besser, dass die Cover-Spezialisten ihr Publikum - geschätztes Durchschnittsalter: 55 Jahre - nicht nur mit Songs aus deren Jugendzeit beschallten, sondern mit professionellem Sound und guter Laune auch noch eine tolle Show ablieferten.

„Originaler“ geht es nicht

Mitreißend waren „Creedence Again“, die stilecht in Holzfällerhemden und Lederjacken sowie Cowboystiefeln antraten. Klar, dass eine „Hey Tonight“-Tour auch mit dem entsprechenden Song beginnen muss. Danach war zweierlei klar: die Musiker aus Chicago gelten völlig zu Recht als hervorragende CCR-Coverband. Noch „originaler“ und gleichzeitig spritziger kann Musik wohl kaum nachgespielt werden. Mit Erleichterung dürften gestandene Creedence-Fans wohl auch die außergewöhnliche Gesangsstimme von Sänger Cameron John vernommen haben, der die markant hohe bis krächzend-quäkige Stimmlage John Fogertys perfekt drauf hatte und sich von Song zu Song sogar noch steigerte. Zu Johns jungenhafter Ausstrahlung hätte nur noch die legendäre Topffrisur des Vorbilds gefehlt. Die Band lieferte währenddessen eine fantastische Klangkulisse mit röhrenden E-Gitarren und ausgedehnten Soli aus Rock und Blues ab, die nicht nur in Coverkonzerten ihresgleichen sucht. Dementsprechend hoch war der Handtuchverbrauch auf der Bühne.

Die typisch markanten Gitarrenriffs der CCR-Songs lösten den Jubel im Saal schon vorab aus. Mit „I put a spell on you“, „Have you ever seen the rain“, „Bad moon rising“, „Proud Mary“, „Heard it through the grapevine“, „Who’ll stop the rain“ oder „Down on the corner“ mit Percussion-Unterstützung der Vorgruppe reihte sich Hit an Hit. Allerdings mit der Folge, dass die Hitdichte zunehmend dünner wurde und die Zugaben allesamt nur noch den echten Fans bekannt waren, was die gute Stimmung indes nicht trübte.

Eine weitere interessante Erfahrung für die erprobten Stadthallenbesucher dürfte die ausgefeilte Lichtshow gewesen sein. Mit den rotierenden Scheinwerfern hatten es die Veranstalter in der überschaubaren Halle wohl etwas zu gut gemeint. Dem Publikum jedenfalls blieb bei manchen Songs nichts anderes übrig, als die Augen zu schließen, um nicht permanent geblendet zu werden.

Gnade für die Band

Klare Sicht war auch bei der ausgedehnten Zugabe ein Problem - zumindest für diejenigen, die nicht von ihrem Platz aufstehen wollten oder konnten. Erinnerungen an das Arolser „Outback“ kamen auf, als noch fast eine halbe Stunde lang stehend gewippt, geklatscht und gesungen wurde, bis die Band um „Gnade“ bat.

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