Ortstermin des Ortsbeirates mit Planerin und interessierten Bürgern

Chance für neue Berndorfer Ortsmitte

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Twistetal-Berndorf - 18 Monate vor Ablauf der Fördermöglichkeiten aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Nordwaldeck“ soll nun auch Berndorf in den Genuss des vor Jahren mit viel Aufwand vorbereiteten Programms kommen. Doch schon zeichnet sich ab, dass seinerzeit möglicherweise am Bedarf vorbei geplant wurde.

Zugegeben: Der Gebäudekomplex an der Bundesstraße zwischen der Fleischwarenfabrik und dem Dorfladen, der einst die alte Post beherbergte, ist kein besonderer Schmuck für das Dorf. Nun bietet sich die Übernahme des Grundstücks durch die Gemeinde und der Abriss von Wohnhaus und Scheune an. Auf dieser Fläche könnte ein Parkplatz entstehen, der dem Dorfladen das Überleben erleichtern könnte.

Aber sind 370000 Euro für dieses Projekt nicht deutlich zu viel? - Könnte man nicht wenigstens einen Teilbetrag für die Umgestaltung des wahren Dorfmittelpunktes zwischen Kirche, Kindergarten und der alten Hofraite verwenden?

Diese Frage richtete Ortsvorsteher Manfred Emde bei einem Ortstermin am Dienstagabend an Susanne Engelns, die von der Gemeinde beauftragte Planerin von der Wohnstadt. - Die Antwort lautete: nein.

Die Förderschwerpunkte im Rahmen des Förderprogramms Stadtentwicklung Nordwaldeckwurden vor Jahren in einem komplizierten und zeitraubenden Verfahren von den Stadtverordneten und Gemeindevertretern aller vier beteiligten Kommunen, Volkmarsen, Diemelstadt, Bad Arolsen und Twistetal, in Form eines „teilräumlichen Entwicklungskonzeptes“ festgelegt. Dieses Konzept muss nun abgearbeitet werden. Gravierende Änderungen sind nun, so kurz vor Auslaufen des Programms, nicht mehr möglich.

Bahnhofstraße beruhigen

Die Fördergelder für das kommende und damit letzte Programmjahr müssen im Oktober beantragt werden. Was eventuell noch förderfähig wäre, ist eine Machbarkeitsstudie für die Umgestaltung des Platzes vor Kirche und Kindergarten. Hier, am Kreuzungspunkt von Haubertstraße, Schulstraße und Bahnhofstraße, könnte sich in den kommenden Jahren die Gelegenheit zur grundlegenden Umgestaltung ergeben.

Das wäre konkret dann der Fall, wenn der Durchgangsverkehr, von Helmighausen und Mühlhausen kommend, über das neue Gewerbegebiet direkt auf die Bundesstraße geleitet wird. Die Vorarbeiten laufen derzeit mit der Verlegung der Kreisstraße aus Helmighausen. Der nächste Schritt wäre eine Verkehrsberuhigung in der Bahnhofstraße.

Optische Akzente setzen

Danach könne man an die Umgestaltung des Platzes denken. Das sei aber im Rahmen des Stadtumbaus Nordwaldeck nicht möglich.

Damit also zurück zum Gebäudekomplex zwischen Fleischfabrik und Bundesstraße. Eigentümer ist die Fleischwarenfabrik. Und die würde das Grundstück gerne an die Gemeinde verkaufen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass eine künftige Nutzung die Nähe der Fabrik nicht als störend empfindet. - Mit anderen Worten: Eine Wohnbebauung scheidet aus.

Jugendhaus bleibt erhalten

Außerdem ist sowohl den jetzigen Eigentümern als auch dem Ortsbeirat daran gelegen, dass das dritte Gebäude auf dem Grundstück weiterhin als Jugendhaus genutzt werden kann. Die Firma Wilke hatte den Berndorfer Jugendlichen nämlich das Gebäude zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Jugendlichen hatten über Monate viel Zeit und Geld in die Renovierung investiert und möchten ihren gemütlichen Treffpunkt nun nicht schon wieder aufgeben müssen.

Für die konkrete Nutzung und Umgestaltung durch die Gemeinde bleiben damit das ehemalige Postgebäude unmittelbar an der Fußgängerampel und die baufällige Scheune über. Beide Gebäude könnten abgerissen werden.

Die Fläche könnte als begrünter Parkplatz mit Gartencharakter umgestaltet werden. Das würde den Anblick freundlicher gestalten und dem Dorfladen womöglich neue Kunden erschließen. Außerdem ist der Fußweg, der quer über das Grundstück verläuft, Teil des Schulwegekonzeptes.

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