Pfarrer Rühl neuer Landespfarrer für Diakonie · Nachfolger kommt aus Südhessen

Chefwechsel im Diakonissenhaus

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Bad Arolsen - Pfarrer Oswald Beuthert wird neuer Vorsteher des Waldeckschen Diakonissenhauses. Er wird Nachfolger von Pfarrer Horst Rühl, der im Mai als Landespfarrer für Diakonie nach Kassel wechselt.

Seine Ernennungsurkunde erhält „der Neue“ von Landesbischof Prof. Dr. Martin Hein. Doch zuvor wurde über die Stellenbesetzung im Kuratorium des Waldeckschen Diakonissenhauses entschieden. Das Kuratorium wählt den Vorsteher. So steht es in den Statuten der diakonischen Einrichtung.

Vikariat in Frankenberg

Und weil das Diakonissenhaus auch Arbeitgeber von 400 Mitarbeitern ist und einen Jahresumsatz von acht bis neun Millionen Euro bewegt, ist der Vorstand mit zwei Fachleuten besetzt, die sowohl theologisch als auch betriebswirtschaftlich ausgebildet sind.

Während Finanzvorstand Wilfried Höhle vor allem dafür zuständig ist, dass am Ende das Geld stimmt, kümmert sich der theologische Vorstand in Person von Pfarrer Horst Rühl und demnächst eben sein Nachfolger Pfarrer Oswald Beuthert darum, dass die diakonischen Ziele nicht ins Hintertreffen geraten.

Theologie hat Pfarrer Beuthert in Oberursel, Heidelberg und Marburg studiert. Nach einem halben Jahr als Stationshelfer im Psychiatrischen Krankenhaus in Marburg absolvierte der junge Theologe sein Vikariat in der Kirchengemeinde Frankenberg und wurde im April 1995 ordiniert.

Nebenberuflich studiert

Gleich danach trat er eine Stelle als Gemeindepfarrer der evangelischen Brückengemeinde in Nidderau-Heldenbergen an. Dort wirkt er nun seit 17 Jahren zusammen mit seiner Frau, der Pfarrerin Kerstin Ries-Beu­thert. Sie haben Kinder im Alter von 14 und 17 Jahren.

Im Oktober 2009 begann Pfarrer Oswald Beuthert den berufsbegleitenden diakoniewissenschaftlichen Masterstudiengang „Unternehmensführung im Wohlfahrtsbereich“ an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, den der im Februar 2012 erfolgreich abschloss.

Mit diesem theologischen und betriebswirtschaftlichen Rüstzeug ist er bestens geeignet, die neue Aufgabe im Waldecksichen Diakonissenhaus zu übernehmen.

Beim ersten Gespräch mit den Leitern und Leiterinnen der verschiedenen Aufgabenbereiche im WDS machte Beuthert deutlich, dass er seine Hauptaufgabe darin sehe, dafür zu sorgen, dass überall da, wo Diakonie draufstehe, auch Diakonie drin sei. Mit anderen Worten: Auch wenn es vordergründig in erster Linie um Altenpflege und Jugendhilfe geht, sollen doch alle Mitarbeiter und Betreute spüren, dass es ein christliches Anliegen ist, sich um die Menschen zu kümmern.

Kinder und Demenzkranke

In diesem Sinne hat er in seiner Pfarrgemeinde Heldenbergen neben der seelsorgerischen und gottesdienstlichen Tätigkeit auch die Geschäftsführung für das Projekt „Essensbank“, vergleichbar der „Arolser Tafel“, übernommen.

Beuthert: „Im Speckgürtel von Frankfurt gibt es nicht nur sehr reiche Menschen, sondern auch ganz arme Familien, für die wir Lebensmittel und Schulmaterialien organisieren und verteilen.“ Beuthert ist außerdem Vorstandsmitglied einer Stiftung, die sich für vernachlässigte Kinder und Demenzkranke einsetzt. Auch diese Kombination von Problemfeldern korrespondiert mit den Aufgabengebieten, die im Waldeckschen Diakonissenhaus abgedeckt werden.

Privat treibt Pfarrer Beuthert gerne Sport und geht mit seiner Frau tanzen. Er liest, wenn es die Zeit zulässt, und interessiert sich für Neuerungen auf dem Computermarkt. (es)

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