Gespräch mit Hotelkaufmann und Brauerei-Investor Alexander Fitz

Corona bremst Arolser Brauerei-Pläne - Aber nur ein bisschen

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Auch in der Krise nicht gestoppt, höchstens verlangsamt: Auf diesem eingezäunten Wiesengrundstück an der Violinenstraße soll der Neubau der Arolser Brauerei erfolgen. 

Torpediert die Corona-Krise am Ende die Pläne für den Neubau der Arolser Brauerei und die Renovierung des Hofbrauhauses?

Bad Arolsen. Diese Sorge treibt in diesen Tagen nicht wenige Waldecker um, die sich schon auf die Wiedereröffnung der drittältesten Brauerei der Welt gefreut hatten.

Erstaunlich optimistisch reagiert Brauerei-Investor Alexander Fitz auf diese für die Stadtentwicklung von Bad Arolsen so wichtige Frage: „Wir haben europaweit 4000 neue Hotelzimmer in der Entwicklungsplanung. Wir haben noch keines dieser Projekte gestoppt. Das gilt auch für das Brauerei-Projekt in Bad Arolsen. Es wird sich maximal um ein Jahr verzögern.“

Große Pläne für die Stadtentwicklung Bad Arolsen: Hotelkaufmann Alexander Fitz (rechts) hat vor Weihnachten das Hofbrauhaus von 1131 gekauft und plant jetzt eine grundlegende Sanierung der historischen Gebäude und einen Neubau der Brauereianlagen. Im Gespräch sind. Investitionen in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen van der Horst (links) präsentierte Fitz im vergangenen Jahr erste Modellansichten seiner Neubaupläne.

Hotelkaufmann Alexander Fitz geht fest davon aus, dass sich die Lage in der Tourismusbranche nach dem weltweiten Lockdown wieder entspannen wird. Gerade die Zeichen für Deutschland seien gut. Es werde mit Sicherheit wieder gereist werden und auch das Tagungsgeschäft werde auf Dauer nicht den Videokonferenzen zum Opfer fallen. Davon ist Fitz überzeugt.

Persönliche Treffen auf Dauer ohne Alternative

Videokonferenzen habe es auch schon vor der Corona-Krise gegeben. Jeder, der einmal ein wichtiges Thema mit 30 Teilnehmern per Videokonferenz besprochen habe, der wisse, dass das keine Alternative zu einer Konferenz von Angesicht zu Angesicht sei. Und auch mehrtägige Tagungen hätten durchaus ihren Sinn, der vom persönlichen Kennenlernen der Kollegen bis hin zum Zusammenschweißen eines Teams reichten.

Seine Hotels jedenfalls seien nach dem Corona-Lockdown alle in einem solchen Stand, dass sie jederzeit innerhalb von sechs Stunden wieder hochgefahren werden könnten. Das werde aber nur angegangen, wenn man sicher sein könne, dass die zu erwartenden Umsätze die Kosten deckten. Derzeit nämlich seien fast alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Sie alle warteten nur auf das Startsignal.

14 verschiedene Lockerungsszenarien

Im Moment sei es für die europaweit operierende Gruppe der H-Hotels mit mehr als 60 Häusern in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und Ungarn nicht einfach, mit 14 unterschiedlichen Lockerungsszenarien allein in Deutschland umzugehen. Vieles sei zwar schon möglich, aber nicht rentabel darstellbar. Für das Schlosshotel in Landau jedenfalls ist der 9. Juni als Tag für die Wiedereröffnung gesetzt.

Bei allem Ärger über die Folgen der Corona-Krise hat Fitz große Hochachtung vor den Entscheidungen der Politik: Die nötigen Entscheidungen seien erstaunlich schnell gefällt worden. Im Nachgang sei es immer sehr leicht zu sagen, was nicht ganz so gut oder gar falsch gelaufen sei. Fest stehe jedoch, dass Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut dastehe.

Gute Fortführugnsprognose

Nun gehe es aber um die Wiedereröffnung. Die H-Hotel-Gruppe habe da in den Verhandlungen mit Banken und den Verpächtern ihrer vielen Hotels eine „gute Fortführungsprognose“ aufgezeigt. Daher sei er sicher, dass das Geschäft bald wieder anlaufe.

Allerdings sei die Lage an jedem Standort unterschiedlich. Während die beiden großen Hotels am Münchener Messegelände mehrere größere Veranstaltungen bedienen werde, sehe die Lage im rot-rot-grün regierten Berlin schon wieder ganz anders aus.

Ideal als Mannschaftshotel für die Spielvorbereitung

Das H-Hotel im Stadion von Borussia Mönchengladbach wird übrigens in der Zeit der Geisterspiele in der Fußballbundesliga als exklusives Trainingslager für die Borussen genutzt.

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