Corona-Shutdown: Letzter Schultag kam völlig unerwartet

+
Bewschingt auf dem Weg ins Studium: Daria Gräbe , Fabian Wiegand und Inga Zeilfelder (von links) sind die drei jahrgangsbesten Abiturienten der Christian-Rauch-Schule.  

Geschafft! - Endlich Abitur! - Aber so haben sich die Absolventen des Jahrgangs 2020 ihren Start ins Studentenleben dann doch nicht vorgestellt.

"Als wir zu Beginn des Shutdowns Mitte März erfuhren, dass wir erst mal nicht mehr zur Schule kommen sollten, hätte ich nicht gedacht, dass dies mein letzter Schultag sein würde“, bringt Fabian Wiegand aus Bad Arolsen seine Gefühle auf den Punkt.

Und auch Daria Gräbe aus Rhoden hatte sich den Sommer ganz anders vorgestellt: Erst schön den 18. Geburtstag feiern, dann Abi-Ball und dann das große Schützenfest in Rhoden. Von diesen Plänen geblieben sind ein Geburtstag im Familienkreis und eine Zeugnisübergabe ohne Fete.

20 Einser-Abis im Jahrgang mit 75 Schülern

Inga Zeilfelder aus Ehringen ist froh, dass sie sich noch kein Kleid für den Abi-Ball ausgesucht hatte, als die Corona-Beschränkungen kamen. Sie ist im Redaktionskreis für die Abi-Zeitung. Auch deren Druck und Auslieferung haben sich verzögert. Und der Abi-Ball? - Vielleicht kann der ja im kommenden Jahr nachgeholt werden!

In diesem Jahr ist alles anders, aber die Freude über das Abitur ist dennoch groß, besonders bei den drei Jahrgangsbesten der Christian-Rauch-Schule.

Von den 75 Schülerinnen und Schülern, die das Bad Arolser Gymnasium am gestrigen Sonnabend mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife verlassen haben, hatten 20 ihre Prüfung mit einer Eins vor dem Komma abgeschlossen.

Nie besonders angestrengt - Es lief immer glatt

„Unserem Jahrgang, dem letzten G-8-Jahrgang, haben die Lehrer schon oft bescheinigt, dass wir insgesamt sehr leistungsstark waren“, erzählt Inga Zeilfelder.

Und Daria Gräbe versichert, sie habe nie besonders hart für ihre Noten arbeiten müssen. Sie habe im Unterricht aufgepasst und zu Hause ein wenig nachgearbeitet. Das habe meist gereicht, am Ende sogar für eine 1,0.

So ähnlich war es auch bei Fabian Wiegand. Er hatte Mathematik und Informatik als Leistungskurse. Mit dem Abi in der Tasche möchte er Wirtschaftsingenieurswesen in Aachen studieren.

Vor den Prüfungen Video-Konferenzen mit den Lehrern

Die Tage vor den Abiturprüfungen habe er ein wenig Anspannung empfunden, weil wegen Corona einige Zeit nicht klar gewesen sei, ob und wann die Prüfungen geschrieben werden können.

Wie seine Mitschülerinnen ist er froh, dass die Prüfungen dann doch pünktlich und zügig durchgezogen wurden. An den Tagen vorher habe es Video-Konferenzen mit den Lehrern gegeben, um den prüfugnsrelevanten Stoff noch einmal zu besprechen und Fragen zu klären. Das habe Sicherheit gegeben, meint auch Inga Zeilfelder.

Unter ihrem Zeugnis steht eine 1,1. Sie will sich um einen Medizinstudienplatz bemühen und zuvor ein Pflegepraktikum absolvieren.

Jetzt kommen die "goldenen 20er"

Ganz konkrete Vorstellungen hat auch Daria Grabe mit ihrem Abi von 1,0: Sie habe lange überlegt, möchte nun aber Pharmazie studieren. Und da all die großen Reisewünsche sich im Moment nicht umsetzen lassen, wollen alle drei möglichst bald ins Studium einsteigen.

Fabian hat einen Aushilfsjob in einer Maschinenbaufirma im Mengeringhäuser Feld übernommen und möchte in sechs Wochen zusammen mit einem freund eine Fahrradtour durch Deutschland unternehmen. Letztes Jahr haben sie es nach Bremen geschafft. Diesmal soll es Richtung Süden gehen.

„Jetzt beginnen die goldenen 20er Jahre“ lautet das Abi-Motto des Jahrgangs 2020. „Der Anfang der 20er Jahre hat ja nun nicht so gut geklappt“, kommentiert Daria Gräbe: „Aber wir haben ja noch neun Jahre Zeit, goldene 20er daraus zu machen.“

 CRS-Abi-Feier: Bildergalerie vom roten Teppich

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare