Corona im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Corona-Pandemie: Erstaufnahmeeinrichtung für den Bedarf rüsten

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Das Land Hessen will die Außenstelle der hessischen Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in Mengeringhausen wieder aktivieren. Erst zum Jahresende 2019 hat das Land den Nutzungsvertrag gekündigt.

Wegen der Corona-Pandemie rüstet sich die Erstaufnahmeeinrichtung in Mengeringhausen (Waldeck-Frankenberg), denn das Sozialministerium hat die Reaktivierung von zwei Standorten beschlossen.

Arolsen-Mengeringhausen – Das hessische Sozialministerium will die Erstaufnahme-Einrichtung in Mengeringhausen für die Unterbringung von Asylbewerbern reaktivieren. Die WLZ berichtete am Samstag und hat auf Nachfrage vom Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst weitere Details dazu erfahren.

Bislang gab es nur eine wenig konkrete Mitteilung des Ministeriums, das für eine Inbetriebnahme federführend wäre. Ob tatsächlich Bedarf bestehe, sei momentan nicht klar, sagte van der Horst. Vielmehr gehe es um eine vorsorgliche Indienststellung der Gebäude. Diese brauche einige Wochen.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Zimmer nicht komplett belegen

Schon jetzt stehe fest, dass aufgrund der besonderen hygienischen Anforderungen der Corona-Pandemie eine komplette Belegung der 528 Plätze in den dafür vorgesehenen Sechs-Bett-Zimmern nicht erfolgen könne.

Sollten Asylbewerber nach Mengeringhausen verlegt werden, dann nur solche Personen, die negativ auf  Covid-19 getestet worden seien. Es sei keine Quarantäne-Einrichtung auf dem Hagen geplant.

Damit relativiert der Bürgermeister eine Erklärung des Sozialministers, der von insgesamt 1000 Plätzen in den Einrichtungen in Darmstadt und Mengeringhausen sprach. Die Vorbereitung auf einen regulären, wenn auch eingeschränkten Betrieb schließe auch eine sanitätsdienstliche und ärztliche Versorgung ein.

Die Federführung habe das Sozialministerium in Zusammenarbeit mit dem für die Erstaufnahme-Einrichtungen zuständigen Regierungspräsidium Gießen, dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) und dem für die Kostenabwicklung zuständigen Finanzministerium.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Das ist noch zu tun

Die Stadt begleite die Indienststellung und werde einen mit der Materie vertrauten Beauftragten zur Koordination einsetzen. Schließlich stehen die landeseigenen Gebäude aufgrund und Boden der städtischen Bioenergiepark GmbH und müsse das Land auch das ehemalige Kasino als zentrales Verwaltungs- und Versorgungsgebäude pachten. Auch müsse der Magistrat ein Votum dazu abgeben.

Die Ausstattung mit dem nötigen Mobiliar oder IT-Technik, die Ausschreibung der Dienstleistungen für Sicherheit, Reinigung und Versorgung oder die Organisation der medizinischen Versorgen brauche Zeit. Mindestens zwei bis drei Wochen würden dafür vergehen, schätzt der Rathauschef.

Doch wenn alles bereitstehe, könnte innerhalb von 48 Stunden eine Belegung erfolgen, sagte Bürgermeister van der Horst. Der Vertrag mit dem Land über die Nutzung für die Unterbringung von Asylbewerbern sei vom Land Hessen zum Jahresende 2019 gekündigt worden, 2018 hatte das Land den Standort aufgegeben.

Mitte März habe die Stadt im Zuge der sich verschärfenden Corona-Krise dem Sozialministerium und dem Landkreis die Einrichtung als eine Option zur Erweiterung der allgemeinen Krankenhausversorgung gemeldet.

Corona in Waldeck-Frankenberg: "Nicht aufs Land warten"

Seitdem organisiere die Stadt mit dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen eine technische Wiederinbetriebnahme. „Wir wollten nicht erst auf eine Initiative des Landes warten“, sagte Bürgermeister van der Horst dazu.

In einer Mitteilung des hessischen Sozialministeriums zur geplanten Aktivierung der Erstaufnahmeeinrichtung in Mengeringhausen heißt es: „Mit den Liegenschaften in Darmstadt und Bad Arolsen werden dem Bereich der Erstaufnahme sukzessive rund 1000 Belegungsplätze zur Verfügung gestellt, die im Falle eines Bedarfs in kürzester Zeit belegbar wären.“

Bis zum 26. März waren in der Erstaufnahme des Landes Hessen 2947 Personen untergebracht, aktuell ist ein durchschnittlicher Tageszugang von sieben Personen zu verzeichnen. Die Hessische Landesregierung habe beschlossen, die Liegenschaften in Darmstadt und in Bad Arolsen zur Unterbringung von Asylsuchenden zu reaktivieren.

„Wie bei allen derzeit ergriffenen Maßnahmen ist unser Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und die Infektionsketten zu unterbrechen. Um auf jede weitere Entwicklung vorbereitet zu sein und in den Einrichtungen der Erstaufnahme ausreichende räumliche Kapazitäten vorzuhalten, um positiv getestete Personen isolieren zu können, reaktivieren wir zwei Einrichtungen für Asylsuchende in der Erstaufnahme“, teilte Minister Kai Klose mit. 

Corona in Hessens Erstaufnahmeeinrichtung: Das ist die Lage

Aktuell befinden sich in der Erstaufnahmeeinrichtung desLandes Hessen vier positiv getestete Bewohner. Alle sein umgehend isoliert und versorgt worden und zeigten bisher nur leichte Symptome. Die Kontaktpersonen seien ermittelt und von den übrigen Bewohnern getrennt untergebracht worden. Das Gesundheitsamt sei in alle medizinischen Fragen eingebunden, heißt es weiter in der Mitteilung des Ministeriums.

Von Armin Haß

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