Eigene Kreationen gegen das Virus

Nordwaldecker Handwerker schaffen Behelfs-Schutzmasken mit modischem Pfiff

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Selbstgenähte Schutzmasken und ungewöhnliche Kreationen wie das blaue Modell auf Basis einer Taucherbrille werden von Bad Arolser  Geschäftsleuten angefertigt und verkauft.

Handwerker und Kaufleute aus Nordwaldeck haben sich daran gemacht, eigene Schutzmasken zum Schutz vor Corona zu gestalten.

  • Zertifizierte Masken zum Schutz vorCorona sind inWaldeck-Frankenberg knapp
  • Viele Geschäfte fertigen selbstMasken für ihr Personal und für Kunden an
  • Einige dieser Schutzmasken bestechen mit Technik, andere haben modisches Flair

Not macht erfinderisch. Diese alte Weisheit gilt auch in Corona-Zeiten in der Region um Waldeck. Nun, da sich alle bemühen, möglichst gesund und vor allem virenfrei durch Leben zu gehen, sind zertifizierte Atemschutzmasken knapp geworden und selbst einfacher Mundschutz nicht immer leicht zu finden.

Deshalb bieten im Waldecker Land immer mehr Geschäftsleute selbst genähten Behelfs-Mundschutz an. Einige Spezialisten ihres Faches haben sogar Atemschutzmasken entwickelt, die sich vielleicht sogar zertifizieren ließen, wenn man es drauf anlegte und genügend Geld investieren würde.

Corona in Waldeck: Tauchermaske umfunktionier

Der Goldschmiedemeister und Uhrmacher Ulf Stracke aus Bad Arolsen im Kreis Waldeck-Frankenberg ist von Hause aus ein Tüftler und nebenbei noch passionierter Taucher mit eigenem Tauch-Shop.

Aus seinem Sortiment aus Tauchermasken hat er ein Exemplar ausgesucht, das sich aus seiner Sicht besonders zum Schutz vor dem gefährlichen Coronavirus eignet und selbst größere Hustenattacken sicher abwehren kann. Am Luftein- und -auslass in seiner Tauchermaske hat Stracke einen speziellen Luftfilter aus dem Hause Dräger montiert, wie er in Krankenhäusern an den Luftschläuchen von Beatmungsgeräten angebracht wird. Stracke: „Der Träger dieser Masken atmet wunderbare, gefilterte Luft.“

Corona in Waldeck: Spritzschutz aus Plexiglas

Ohne Filter, aber dafür mit Spritzschutz kommt das durchsichtige Visier von Orthopädietechnikermeister Markus Vieth aus Volkmarsen im Kreis Waldeck-Frankenberg daher. Seine Spritzschutz-Masken sind bereits in einer Volkmarser Arztpraxis und in einem Pflegeheim zum Schutz der Mitarbeiter vor Corona im Einsatz.

Vieth hofft, dass er den endlich bestellten 3-D-Drucker geliefert bekommt, um seine Masken noch etwas professioneller herstellen zu können.

Spritzschutz: Eine Entwicklung des orthopädietechnik-Meisters Markus Vieth.

Corona in Waldeck: Modische Masken mit Flair

Weniger High-Tech, dafür aber modisches Flair bietet Heike Kleinke vom Modegeschäft Flair in Bad Arolsen in Waldeck-Frankenberg an. „Wir arbeiten seit Jahren mit einer Designerin aus der Nähe von Düsseldorf zusammen. Deren Näherinnen haben derzeit nichts zu tun, das Modegeschäft ruht.

Daher haben die Näherinnen vom Rhein damit begonnen, Behelfs-Mundschutz-Masken zum Schutz vor Corona in hochwertiger Baumwollqualität, bei 90 Grad waschbar, herzustellen. Kleinke: „In Köln und Düsseldorf sind die Masken der Renner. Hier lässt die Nachfrage noch etwas zu wünschen übrig.“

Zeitlose Mode: Flair Moden bietet Mundmasken, genäht in Düsseldorf. Fotos: :Schulten (3), PR (2)

Ähnlich der Ansatz beim Bad Arolser Modegeschäft Mergo von Silvia Mertens. Die Meisterin im Damenschneiderinnen-Handwerk hat eine eigene Kollektion von Behelfs-Masken aufgelegt, die sie mit ihrer Auszubildenden anfertigt und über ihren eigenen Internet-Shop vertreibt. Silvia Mertens hat ein wenig getüftelt, bis sie den richtigen Schnitt gefunden hatte: „Der Mundschutz muss halten und soll auch noch nett aussehen.“

Corona in Waldeck: Extra für Kinder angepasst

Auch das Team vom Modegeschäft Life-Style in Bad Arolsen in Waldeck-Frankenberg hat eine eigene Kollektion Behelfs-Mundschutz aufgelegt. Gisela Henrich und ihre Mutter Gisela Schulz sind gelernte Schneiderinnen und haben sogar Masken zum Schutz vor Corona für kleine Kindergesichter im Programm. Auch dieser Familienbetrieb hat intensiv an der optimalen Passform getüftelt. Zusätzlich zur Standard-DIY-Maske mit drei Falten gibt es noch eine Variante mit auswechselbarem Fliesfilter. 

Peter Henrich: „Wir mussten unseren Laden beim Beginn derCorona-Krise von heute auf morgen schließen. Da mussten wir uns etwas einfallen lassen. Die Kosten laufen weiter. Unsere Lieferanten lassen nur in sehr begrenztem Umfang mit sich reden.“ Immerhin: am heutigen Montag dürfen die Geschäfte wieder öffnen.

Alle Infos zu Corona in Waldeck-Frankenberg in unserem News-Ticker.

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