Von Linksjugend bis Junge Alternative - Breites Spektrum auf der Bühne

CRS-Schülervertretung lädt Parteinachwuchs aufs Podium

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Podiumsdiskussion des CRS-Schülerrats mit v.l. Susanne Höll von der Süddeutschen Zeitung, dem Landesvorsitzenden der Jungen Alternative und AfD-Fraktionsvorsitzendem im Kreistag Waldeck-Frankenberg, Jan Nolte, dem Kreisvorsitzenden der Jungen Union, Jannik Schwebel-Schmitt, CRS-Schülerin Carla Beckmann (17), dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten, Johannes Gerken, dem Landesvorsitzenden der Jungen Liberalen, Lucas Schwalbach, dem Bundessprecher der Grünen, Moritz Heuberger, Janis Walter vom Bundessprecherrat der Linksjugend und der CRS-Schülerin Katharina Sandhäger (15). 

Bad Arolsen. Ist die Partei Alternative für Deutschland (AfD) nur entstanden, weil die CDU nach links gerückt ist? Das war eine der Thesen bei der Podiumsdiskussion, zu der die Schülervertretung der Christian-Rauch-Schule am Donnerstag prominente Sprecher aller Jugendorganisationen der großen Parteien ins Bürgerhaus eingeladen hatte.

Als neutrale Beobachterin und Expertin für kritische Zwischenrufe saß die Frankfurter Redaktionsleiterin der Süddeutschen Zeitung mit auf dem Podium.

Ihr Fazit nach zwei Stunden sachlicher Diskussion: „Kompliment an die rund 250 Schüler“, die so konzentriert dem Austausch der Argumente gelauscht haben. Dem durch die Bank männlichen Parteinachwuchs schrieb sie ins Stammbuch: „Die Länge der Reden, die Wahl der Worte. Das ist die Diktion der Polit-Profis.“

Tatsächlich spiegelten die Nachwuchspolitiker, die bis auf eine Ausnahme alle studieren sehr schön die Haltung und Argumentationsweise ihrer großen Vorbilder wider: Während die Vertreter der Linksjugend, der Jusos und der Grünen von ihren politischen Visionen sprachen, die die parlamentarisch und bei Demonstrationen auf der Straße durchgesetzt werden müssten, vermittelten die Vertreter Junger Union und Jungen Liberalen den Eindruck, die Realpolitik der Regierung vertreten zu müssen.

 ZU VIEL POLITICAL CORRECTNESS?

Jan Nolte, Landesvorsitzender der Jungen Alternative und AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag von Waldeck-Frankenberg hatte scheinbar keine Probleme damit, den manchmal lautstark geäußerten Unmut des jungen Publikums über die AfD über sich ergehen zu lassen.

Die jüngsten Äußerungen des thüringischen AfD-Granden Björn Höcke zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus tat Jan Nolte (28), von Beruf Soldat, als „unglückliche Einschätzung“ ab. Zu viel „political correctness“ sei nicht gut. Man müsse auch manchmal Dinge aussprechen.

An diesem Punkt intervenierte die unmittelbar neben Nolte sitzende Journalistin von der Süddeutschen Zeitung sofort und stellte klar: „Das war keine unglückliche Einschätzung. Was Herr Höcke gesagt hat, ist rechtsradikal.“

 Zum Schluss der Debatte herrschte dann doch einmal einigkeit auf dem Podium: Zur politischen Auseinandersetzung gehörten die Emotion und manchmal auch die vereinfachende Zuspitzung. Den Schülern im Publikum riefen alle Podiumsteilnehmer zu, sich politisch zu interessieren, auf allen Seiten zu informieren und dann eine Meinung zu bilden.

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