Neue Konzepte des Bathildisheims bei der Betreuung Behinderter

Darum wurde das Haus Waldfrieden in Neu-Berich abgebrochen

Das 1962 errichtete Hauptgebäude des Bathildisheims in Neu-Berich ist abgerissen worden. Fotos: Heike Saure

BadArolsen-Neuberich. Der Abrissbagger rumorte am Heilpädagogischen Wohnheim des Bathildisheims in Neu-Berich. Der Abbruch des 1962 erbauten Hauptgebäudes macht den Wandel im Bathildisheim deutlich.

Nach der Devise „ambulant vor stationär“ und aufgrund der geänderten Förderung durch den Landeswohlfahrtsverband zogen seit April 2004 schreitweise immer mehr Menschen aus dem Haus Waldfrieden in Außenwohngruppen in Innenstadtbereichen in Bad Arolsen, Volkmarsen oder Wolfhagen. So leerte sich das Gebäude, in dem einmal 50 bis 70 Menschen betreut wurden und dessen Sanierung hohe Investitionen  erfordert hätte.

Das ist geblieben

Das Minidorf oberhalb des Ortes Neu-Berich ist nun auf ein paar Dutzend Einwohner geschrumpft, erfüllt aber durch die 1996 eingeweihten Werkstätten für Behinderte mit derzeit rund 130 Arbeitsplätzen weiter eine wichtige Funktion für die Pendler unter den Bathildisheim-Bewohnern in den Wohngruppen. Bestehen bleiben die 1993 errichteten Bungalows in der Nachbarschaft der Werkstatt für Behinderte. Dort leben etwa zwei Dutzend Menschen.

Auf der freien Fläche sollen zunächst weitere Stellplätze für Autos der Mitarbeiter angelegt werden. Das "Haus Waldfrieden" wurde 1928 vom Bathildisheim oberhalb des erst seit 1912 bestehenden Dorfes Neu-Berich gegründet und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder neu- und umgebaut worden.

So reagieren Bewohner

Staunend und ein wenig wehmütig verfolgten Mitarbeiter und Bewohner die Arbeiten. Als der Bagger in der Emilie-Engelmann-Straße erst einmal begonnen hatte, konnte man stündlich den Erfolg am Linde- und Birketrakt beobachten.

„Es ist so viel gute respektvolle Arbeit geleistet worden; es gab so viele wundervolle Begegnungen zwischen Menschen; es haben sich hier so viele beheimatet gefühlt, dass wir danken können“, sagte Pfarrerin Irene Dittmann-Mékidèche in einer Andacht zur Niederlegung des Haupthauses. Das, was das Wesen des Haupthauses über viele Jahrzehnte ausgemacht hat, lebe weiter, ergänzte die Pfarrerin. (r/ah) 

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