Erinnerung an letztes Schützenfest vor 100 Jahren

Dehausen in Feststimmung

Diemelstadt-Dehausen - Fast fünf Mal so viele Gäste wie Einwohner: Dehausen übertraf sich am Wochenende selbst. Der Ortsbeirat hatte 100 Jahre nach dem letzten Schützenfest zum feierlichen Gedenken eingeladen – dessen Glanzpunkt war ein großer Festzug.

Die weiße Fahne der Dehäuser weht stolz über dem Festzug als sei sie nie weg gewesen. Und wer nicht weiß, dass sich das 220 Jahre alte Original im Museum befindet, der ahnt nicht, dass es sich bei dem schönen Exemplar um eine frisch genähte Nachbildung handelt.Einen Schützenverein gibt es in Dehausen schon lange nicht mehr, aber beim großen Gedenkschützenfest am vergangenen Wochenende merkten die vielen Zuschauer am Straßenrand davon nichts. 100 Jahre nach dem letzten Schützenfest in dem kleinen Diemelstädter Stadtteil ziehen wieder Könige und schmucke Königinnen durch die Straßen, donnern Kanonen und spielen Spielmannszüge.

Mit einem bewundernswerten Sinn für die Geschichte haben die Dehäuser mit Unterstützung von Geschichtsfreund Walter Bracht die Bücher gewälzt, sich in die Vorfahren vor 100 Jahren hineinversetzt und dabei herausgefunden, dass der letzte Dehäuser König Christian Vehring war. Dessen Urenkel Christian führt nun den Festzug an – an seiner Seite seine hübsche Königin Martina samt einem schmucken Hofstaat und Tochter Marike.

„Wir freuen uns und sind begeistert, dass wir bei unserer Idee so viel Unterstützung bekommen“, schwärmt später Ortsvorsteher Christian Schmidt. Denn am Ende sind es fast 300 Festzugteilnehmer, die trotz hoher Absätze keine Straße und keinen Feldweg beim Festzug auslassen. Die Schützen aus Herbsen, Hesperinghausen und Rhoden, aus Neudorf, Schmillinghausen, Volkmarsen und Wrexen sind dabei – sie haben sich teilweise zufuß auf den Weg nach Dehausen gemacht. Auch andere Vereine haben Abordnungen geschickt. Und die Nachbarn aus Ammenhausen, die ebenfalls keinen eigenen Schützenverein mehr haben, haben Fahnenträger und König berufen und unterstützen den Festzug – auch der Landrat reiht sich spontan ein.

Spielmannszüge aus Udorf, Rhoden und Wethen spielen und am Straßenrand winken und jubeln unzählige Gäste, die für ungewohnten Betrieb in dem 107-Seelen-Dorf sorgen. Nach Kranzniederlegung auf dem Friedhof und wuchtigen Kanonenschüssen eröffnen die Dehäuser in der Festscheune ihren Kommers – mit beinahe 500 Gästen. Und bevor das Waldecker Lied durch die Festscheune klingt, stimmt Bürgermeister Elmar Schröder eine andere passende Hymne an: „An Tagen wie diesen...“. (resa)

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