Hier fliegen die Äxte

Deutsche Meister im Brennholzspalten kommen aus Züschen, Vöhl und dem Breisgau

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Deutsche Meister mit der Axt in er Hand: Maximilian Kappen und Benjamin Pietrass aus Winterberg-Züschen (grüne Jacken) sind die ersten Deutschen Meister im Brennholzspalten. In der Kategorie Ü 50 siegten Rudi Großmann und Willi Bär (Orange Trikots) aus Weisweil im Breisgau. Bei den Frauen holten Ute Westmeier und Nikola Bonck aus Vöhl den ersten deutschen Meistertitel. 

Bad Arolsen-Schmillinghausen. Knallharte Jungs und unbarmherzige Mädels sind am Sonntag bei der ersten Deutschen Meisterschaft im Brennholzspalten in Schmillinghausen an den Start gegangen.

Sieger wurde nach einem vierstündigen, schweißtreibenen Wettbewerb Maximilian Kappen und Benjamin Pietrass aus Winterberg-Züschen. In der Kategorie Ü50 siegten Rudi Großmann und Willi Bär aus Weisweil im Breisgau. Bei den Damen holten sich Ute Westmeier und Nikola Bonck aus Vöhl den ersten deutschen Meistertitel in dieser Sport, der nicht nur Forstleuten vorbehalten ist. Im Gegenteil scheinen sich vor allem Freizeit-Holzhacker bei den Brennholzfreunden zu tummeln.

Insgesamt sind am Sonntag 28 Teams aus ganz Deutschland auf der Wiese hinter Bremers Klön Eck an den Start gegangen. Die weiteste Anreise hatten. Mannschaften aus Freiburg im Breisgau und Berlin. Erstmals hatte die heimische Damenmannschaft aus Vöhl weibliche Konkurrenz aus Berlin und dem Breisgau.

Wie waren die Regeln bei der Brennholzmeisterschaft?

Bereits elf Mal wurden in den vergangenen Jahren die nordhessischen Meisterschaften im Brennholzspalten in Schmillinghausen ausgetragen. Die Experten der Fachzeitschrift „Holzmachen“ fanden im vergangenen Jahr heraus, dass dieser Wettbewerb bundesweit einmalig ist. Und so wurde die Idee geboren, erstmals eine deutsche Meisterschaft auszutragen.

Die Regeln der Brennholzfreunde sind seit Jahren unverändert: Zweier-Teams treten gegen die Stoppuhr an und spalten einen Raummeter Buchenholz fachgerecht nach den Unfallverhütungsvorschriften und stapeln die Scheite wieder ordentlich auf. Als Werkzeuge sind nur Spaltaxt und Keil erlaubt.

Fanclub aus dem Breisgau: Aus dem kleinen Ort Weisweil im Breisgau, nicht weit von Freibaurg reisten 19 Brennholzfreunde an. Sie stellten vier Herren- und eine Damen-Mannschaft. Das Seniorenteam brachte 125 Jahre an den Start. Ihre Zeit: 11:57 Minuten.

Wegen der Größe des Teilnehmerfeldes wurden jeweils Durchgänge mit vier Teams gestartet und sehr unterhaltsam von Henning Trsek kommentiert. Von den schätzungsweise 1000 Zuschauern, die sich um den Wettkampfring drängten, gab es lautstarke Anfeuerungsrufe und fachmännische Kommentare von Kaminholz-Experten.

Worauf kommt es beim Brennholzspalten an?

Tatsächlich ist beim Spalten von meterlangen Buchenholzstämmen nicht nur Kraft, sondern auch Technik und Erfahrung gefragt. Siegen konnte am Ende nur, wer schon am Geräusch der auf das Holz aufprallenden Axt heraushören konnte, ob sich weitere Schläge mit Spaltaxt lohnen, oder ob doch besser ein grober Keil aufgesetzt werden sollte.

Der zweite Mann, die zweite Frau hatte jeweils die Aufgabe, neues Stammholz vorzulegen und gespaltene Scheite wieder ordentlich auf ihren Platz zu legen.

Nicht nur Kraft, sondern auch Technik machen den Unterschied: Unter den kritischen Augen von rund 1000 Zuschauern gingen gestern in Schmillinghausen 28 Teams an den Start.

Das beste Team schaffte das mit einem Raummeter Buchenholz unter fünf Minuten. Das langsamste Team benötigte 16:39 Minuten. Die Frauen hatten mit einem halben Raummeter 6:25 Minuten zu tun.

Impressionen von der Meisterschaft im Brennholzspalten finden Sie in dieser Bildergalerie: Bildergalerie

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