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Die CRS-Jahrgangsbesten blicken auf Lockdown zurück: Kaum Ablenkung - konzentrierteres Lernen

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Von: Elmar Schulten

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Vier Abiturientinnen sitzen an einem Tisch im Oberstufenraum ihrer Schule.
Sie sind die vier Eins-Nuller-Kandidatinnen der Christian-Rauch-Schule: Johanna Gleumes, Marike Vering, Eva Wetekam und Jana Engelhardt (von links) im Oberstufenraum der CRS-Cafeteria. © Elmar Schulten

34 von 91 CRS-Abiturienten haben eine Eins vor dem Komma. So eine tolle Quote von Supi-Abis gab es noch nie. Aus dieser Gruppe stechen noch einmal Johanna Gleumes, Marike Vering, Eva Wetekam und Jana Engelhardt hervor, die sogar eine 1,0 schafften. Rein rechnerisch kommt Johanna Gleumes sogar auf 0,8. - Wie war das möglich?

Bad Arolsen – „Vielleicht liegt es daran, dass wir wegen der Corona-Lockdowns fast keine Ablenkung hatten“, vermutet Eva Wetekam. Partys, Treffen mit anderen oder einfach mal shoppen gehen, all das war lange Zeit nicht möglich. Und so blieb eben nur die Konzentration auf die Schule und den Lernstoff.

„Dazu gehört natürlich enorm viel Selbstdisziplin,“ betont Jana Engelhardt. Geholfen hätten aber auch die teilweise sehr engagierten Lehrer, die das Beste aus dem Home-Schooling herausgeholt hätten.

Digitaler Fortschritt an der Schule

Vom ersten zum zweiten Lockdown hätten auch die Lehrer eine Menge dazugelernt, was den Umgang mit der Technik betreffe: „Manche Lehrer haben den Online-Unterricht echt gerockt“, schwärmt Marike Vering.

Überhaupt sei es sehr schön gewesen, den digitalen Wandel an der Schule mitzuerleben. „Früher hab es immer geheißen, es könne noch zehn Jahre dauern, bis die Schule überall mit WLAN ausgestattet sei“, erinnert sich Eva Wetekam. Wegen Corona sei dann aber alles ganz schnell gegangen.

Erster Jahrgang, der zu G9 zurückkehrte

Der Flaschenhals sei dann nicht selten der heimische Internetanschluss gewesen. Umso zufriedener äußert sich Marike Vering über den schnellen und störungsfreien Internetzugang im kleinen Dehausen. Das habe vieles erleichtert.

Beim Lernen geholfen habe vielleicht auch die Tatsache, dass dies der erste G9-Jahrgang nach Abschaffung von G8 an der Christian-Rauch-Schule gewesen sei, so Eva Wetekam. Das habe viel zeitlichen Druck von den Schülern genommen.

Ohne Stundenplan alles selber organisieren

Auf der Strecke geblieben sei aber wegen Corona oft das Zwischenmenschliche, beklagt Johanna Gleumes. Deshalb würde sie am liebsten noch einmal die gesamte Oberstufe wiederholen, mit Feten und allem drum und dran. Auch die vielen ausgefallenen Konzertgelegenheiten vermissen die vier Musikerinnen sehr.

Jana Engelhardt ahnt, dass der Abschied von der Schule mit großen Veränderungen verbunden sein wird: „Von nun an haben wir keinen vorgegebenen Stundenplan mehr, sondern müssen uns selber organisieren.“

Konkrete Pläne für Ausbildung und Studium

Aber damit haben die Abiturienten ja nun dank Home-Schooling jede Menge Erfahrung. Und sehr konkrete Pläne für ihre Zukunft haben sie auch: Johanna Gleumes will ein Jahr nach Mexiko gehen und dort internationalen Freiwilligendienst leisten. Pferdetherapie für Jugendliche mit Benachteiligungen schwebt ihr vor, danach vielleicht ein Medizinstudium.

Marike Vering hat schon eine Lehrstelle bei einer Bank in Brakel. Danach möchte die studieren. - Eva Wetekam will erst mal einen Monat mit einem Interrail-Ticket durch Europa reisen. Dann möchte sie Zahnmedizin studieren, am liebsten in Göttingen.

Auch Jana Engelhardt hat sich für ein Freiwilliges soziales Jahr beworben. Sie wird dazu sechs Monate an die Deutsche Schule in Ungarn Jugendliche auf das deutsche Sprachdiplom vorbereiten. Danach möchte sie gerne Lehramt studieren. (Elmar Schulten)

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