Diemelstadt

Diemelstädter Sondersitzung gegen Arolser Alleingang

- Diemelstadt (-es-). Mit der ersten kurzfristig angesetzten Sondersitzung in der Geschichte des Diemelstädter Stadtparlaments haben die Stadtverordneten in der nördlichsten Großgemeinde­ des Landkreises am Mittwochabend deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt sind, den von der Stadt Bad Arolsen maßgeblich mitgeprägten Entwurf des Schulentwicklungsplans unkommentiert hinzunehmen.

Wie bereits mehrfach berichtet wendet sich der Ärger der Diemelstädter auf die aus ihrer Sicht einseitige Rücksichtnahme der Arolser Stadtverordneten auf die Befindlichkeiten der Landauer Schulleiterin. Obwohl es im Schulentwicklungsplan ausdrücklich heiße, dass kleine Schulen als Außenstellen von größeren Schulen geführt werden sollen, würden in Arolsen die Kinder aus vielen Dörfern hin- und hergeschoben, nur um die Stelle der Schulleiterin von Landau und ihrer Sekretärin zu erhalten. Es gehe nicht um den Erhalt des Schulstandortes, brachte der SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Budde seine Interpretation der Lage auf den Punkt. Das sei aber aus Diemelstädter Sicht nicht hinzunehmen, hieß es in Redebeiträgen aus allen Fraktionen. Am Ende der Sitzung wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Neuzuordnung der Kinder von Kohlgrund und Schmillinghausen abgelehnt wird. Betroffen seien zunächst einmal nur sieben bis acht Kinder. Zu Ende gedacht, bedeutete das Fehlen dieser Kinder das Ende der Zweizügigkeit an den Grundschulen in Rhoden und Wrexen, mithin größere Klassen und schlechtere Lernbedingungen für die Diemelstädter Kinder. Besorgt blicken die Diemelstädter Stadtverordneten aber nicht nur auf die Grundschulen, sondern auch auf die Kindergärten in ihrem Stadtgebiet sowie den Haupt- und Realschulzweig der Schlossberg-Schule. Wenn der Bus von Kohlgrund erst mal nach Arolsen fahre, dann seien auch die Kindergartenkinder weg, gab der FWG-Fraktionsvorsitzende Elmar Gräbe zu Protokoll. Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass in Zukunft noch nennenswert viele Kinder von Schmillinghausen die Realschule in Rhoden besuchen würden, wenn sie einmal Freunde in Arolser Schulen gefunden hätten, ergänzte Rainer Runte (CDU). Die engen Beziehungen auf kirchlicher, sportlicher und gesellschaftlicher Ebene zwischen Kohlgrund und dem Rest des Roten Landes sowie zwischen Schmillinghausen und Rhoden seien über Jahrzehnte gewachsen und drohten zu zerbrechen. In Gefahr sei zudem die interkommunale Zusammenarbeit in Nordwaldeck, wenn der größere Partner beim ersten wichtigen Thema versuche, die kleineren Partner über den Tisch zu ziehen, stellte Karl Döhrer (FDP) mit anderen verärgerten Stadtverordneten fest. Energisch widersprachen außerdem Bürgermeister Rolf Emde und die Rhoder Schulleiterin Sigrid Scholtissek der im nebenstehenden Artikel formulierten Darstellung des Arolser Bürgermeisters, er habe rechtzeitig informiert. Aus beiläufigen Bemerkungen am Rande von Veranstaltungen zu anderen Themen könne dies nicht abgeleitet werden. Emde beklagte zudem, dass durch die falschen Behauptungen seines Amtskollegen ein falsches, schlechtes Licht auf ihn, Emde, geworfen werde: „Das kann ich nicht hinnehmen.“

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